Autor: Redaktion

  • Wochenmärkte und Hofläden in der Region Landshut

    Die Neustadt in Landshut
    Foto: Zairon, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

    Tomaten, die nach Tomaten schmecken, oder Eier von einem Hof ein paar Kilometer weiter: Dafür muss man in der Region Landshut nicht weit fahren. Laut Landratsamt verkaufen über 120 Betriebe aus Stadt und Landkreis ihre Erzeugnisse direkt, im Hofladen, am Verkaufsautomaten, auf dem Wochenmarkt oder zum Abholen ab Hof. Hier steht, wo man sie findet.

    Zwei Märkte in der Landshuter Innenstadt

    Der Landshuter Wochenmarkt findet freitags vormittags in der unteren Neustadt statt. Je nach Saison stehen dort rund 50 bis 60 Marktleute. Es gibt Obst und Gemüse, Brot, Eier, Honig, Fisch, Fleisch und Wurst, dazu Blumen und Pflanzen, Bio-Ware und einen Würstlstand. Fällt der Freitag auf einen Feiertag, rückt der Markt nach Angaben der Stadt auf den Donnerstag vor.

    Der zweite Markt heißt Schwaigermarkt, und für ihn muss man nicht auf den Freitag warten. Seine bunten Schirme stehen in der Fußgängerzone der Altstadt zwischen Theaterstraße und Grasgasse, und zwar an mehreren Vormittagen pro Woche. Hier verkaufen vor allem Direktvermarkter, also Leute, die das Angebotene selbst anbauen oder herstellen. Obst, Gartenprodukte, Pilze, Honig, Eier und gebundene Blumen gehören zum festen Sortiment.

    Die genauen Tage und Zeiten stehen auf der Seite der Stadt zu Wochenmarkt und Schwaigermarkt. Die Angaben dort und auf der Tourismusseite weichen beim Schwaigermarkt leicht voneinander ab, im Zweifel also lieber vorher nachfragen.

    Wochenmärkte im Landkreis

    Auch draußen auf dem Land gibt es feste Markttage. Die Stadt Landshut hat im Mai 2026 eine Übersicht veröffentlicht, das Landratsamt verlinkt die Märkte der Gemeinden. Eine Auswahl:

    • In Weixerau (Gemeinde Eching) gibt es freitags nachmittags den Bauernmarkt beim Möbelhaus Biller. Ein eigener Verein organisiert ihn und schreibt auf seiner Website, welche Stände gerade da sind. Vieles dort ist selbst gemacht.
    • Essenbach hat samstags einen Markt am Rathausplatz, allerdings nur von März bis Oktober. Neben Käse, Wurst, Obst und Gemüse gibt es Kränze und Jungpflanzen, und örtliche Vereine haben eine eigene Bude.
    • In Neufahrn in Niederbayern ist mittwochs vormittags Markt. Die meisten Beschicker kommen aus der Umgebung, und es gibt auch Gemüsepflanzen für den eigenen Garten.
    • Rottenburg an der Laaber hat seinen Wochenmarkt am Samstag. Wer sich danach noch hinsetzen will, bekommt dort Kaffee und Kuchen.
    • Der DorfMarkt in Unterneuhausen findet freitags nachmittags am Lindenplatz statt. Viele Radfahrer machen hier Pause.
    • In Vilsbiburg steht der Markt samstags auf dem Stadtplatz, nicht weit vom Vilsufer.

    Dazu kommen der Bauern- und Wochenmarkt in Geisenhausen und der Hallertauer Erlebnismarkt in Pfeffenhausen. Links zu allen Märkten sammelt das Landratsamt auf seiner Seite zur Direktvermarktung.

    Hofläden finden

    Wer lieber direkt auf den Hof fährt, hat zwei gute Werkzeuge. Das erste ist regional: Stadt und Landkreis Landshut geben zusammen mit der Kreisgruppe des BUND Naturschutz eine Broschüre mit Direktvermarktern heraus. 2026 ist sie in dritter Auflage erschienen. Gedruckt liegt sie kostenlos in der Tourist-Information im Rathaus aus, beim Büro für Tourismus am Landratsamt kann man sie bestellen. Online gibt es eine interaktive Karte.

    Das zweite ist bundesweit: Die Fördergemeinschaft „Einkaufen auf dem Bauernhof“ führt seit 1988 ein Verzeichnis landwirtschaftlicher Direktvermarkter. Nach eigenen Angaben sind über 875 Bauernfamilien dabei. Im Hofladen-Finder sucht man nach Postleitzahl oder Ort.

    Ein praktischer Hinweis: Kleine Hofläden haben oft nur an bestimmten Tagen offen, manche funktionieren als Selbstbedienung mit Kasse des Vertrauens. Kleingeld einzustecken ist nie verkehrt. Wer gezielt Fleisch kaufen will, fragt am besten vorher, wann geschlachtet wird.

    Was gerade Saison hat

    Das Kompetenzzentrum für Ernährung am Landwirtschaftsministerium hat einen Bayerischen Saisonkalender herausgegeben. Er zeigt, wann Obst und Gemüse aus bayerischer Erzeugung in großen Mengen auf dem Markt ist. Ein paar Beispiele daraus:

    • Rhabarber hat seine Hauptsaison im April und Mai. Spargel folgt im Mai und Juni.
    • Erdbeeren gibt es vor allem von Mai bis Juli, Süßkirschen im Juni und Juli. Im August und September folgen die Zwetschgen.
    • Kürbis hat von August bis November Hauptsaison. Frische Äpfel aus der Ernte kommen ab September.
    • Im Winter ist Grünkohl dran, vor allem im November und Dezember. Dazu kommen Feldsalat, Lauch und Lagerware wie Kartoffeln und Äpfel.

    Auf dem Markt hilft auch eine einfache Frage: „Ist das von Ihnen?“ Wer selbst erzeugt, sagt das in der Regel gern. Bei verpackter Ware zeigen die Siegel „Geprüfte Qualität Bayern“ und das Bayerische Bio-Siegel eine bayerische Herkunft an.

    Nach dem Einkauf eine Pause machen? Ideen dafür stehen in unserem Überblick über die Biergärten in Landshut. Wer den Samstagsmarkt in Vilsbiburg mit einer Radtour verbinden möchte, findet die Strecke in unserem Beitrag über Radtouren an Isar und Vils. Weitere Themen rund um Genuss stehen in der Rubrik Essen & Trinken.

  • Sportvereine in Landshut: ein Überblick nach Sportarten

    Eishockeystadion in Landshut nach dem Umbau
    Foto: Scotland-the-brave, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

    Landshut ist eine Sportstadt, das zeigt schon ein Blick in die Zahlen. Nach Angaben der Stadt gibt es mehr als 60 Sport- und Schützenvereine, in denen über 32.000 Menschen aktiv sind. Das Angebot reicht von Aerobic bis Zumba, dazwischen liegen Exoten wie Capoeira, Faustball oder Rhönrad. Hier ein Überblick nach Sportarten, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

    Fußball

    Der Traditionsverein im Landshuter Fußball ist die SpVgg Landshut, gegründet 1919. Dazu kommen viele Vereine in den Stadtteilen, in denen Kinder und Erwachsene kicken:

    • TSV Landshut-Auloh, ein Mehrspartenverein mit Fußball, Turnen, Badminton, Volleyball, Jazztanz und Stockschießen
    • SSV 63 Landshut-Schönbrunn, neben Fußball auch mit Dart und Stockschießen
    • SC Landshut-Berg mit Fußball, Handball und Tennis
    • SV Landshut-Münchnerau, unter anderem mit Fußball, Leichtathletik und Taekwon-Do
    • FC Eintracht Landshut und der ETSV 09 Landshut

    Einen eigenen Weg geht das Team Bananenflanke Landshut, ein inklusives Fußballangebot, bei dem Freizeit und Gemeinschaft im Vordergrund stehen.

    Eishockey und Eissport

    Eishockey hat in Landshut Tradition. Der EV Landshut wurde 1948 gegründet und 1970 und 1983 Deutscher Meister. Heute kümmert sich der Eislaufverein Landshut e. V. um den Nachwuchs, die Profimannschaft spielt in einer eigenen Spielbetriebs-GmbH. Beim Eislaufverein gibt es außerdem Eiskunstlauf, Inline-Hockey und Stockschießen. Wer einfach nur zum Spaß den Schläger schwingen will, findet in der Vereinsliste der Stadt mehrere Hobbyteams, etwa den EHC Landshut, den SHC Landshut oder die LA Blues.

    Große Mehrspartenvereine

    Wer sich nicht festlegen will oder für die ganze Familie etwas sucht, ist bei den großen Vereinen gut aufgehoben:

    • Die Turngemeinde Landshut bietet unter anderem Basketball, Fechten, Judo, Handball, Leichtathletik, Gerätturnen, Tischtennis und Rehasport an, dazu eine Kindersportschule.
    • Beim TV 64 Landshut gibt es neben Kinderturnen und Leichtathletik auch American Football, Baseball und Softball, Bogenschießen und Krav Maga.
    • Der VfL Landshut-Achdorf hat Badminton, Handball, Tennis, Tanzsport, Karate und viele Gymnastikgruppen im Programm.
    • Der Postsportverein Landshut setzt auf Freizeit- und Gesundheitssport, mit Badminton, Tennis, Volleyball und Radwandern.

    Wasser, Berge und Luft

    An der Isar liegen der Landshuter Ruderverein von 1952 und die Kanuabteilung des ETSV 09. Mehr dazu steht in unserem Artikel über Rudern, Kanu und SUP auf der Isar. Schwimmer, Triathleten und Taucher finden beim Schwimmclub 53 Landshut ihren Verein. Die Sektion Landshut des Deutschen Alpenvereins hat ein Kletterzentrum und organisiert Touren in die Berge, ebenso die NaturFreunde Landshut. Wer lieber abhebt, schaut beim Luftsportverein Landshut mit Segel-, Motor- und Modellflug oder beim Drachen- und Gleitschirmclub Albatros vorbei.

    Tennis, Reiten und noch mehr

    • Tennis: TC Rot-Weiß Landshut und TC Weiß-Blau Landshut, dazu Tennisabteilungen in mehreren Mehrspartenvereinen
    • Reiten: Reit- und Fahrverein Landshut und Reiterfreunde Landgestüt Landshut
    • Boxen beim Boxclub SC Bavaria 20, Gewichtheben und Kraftsport beim Stemmclub Bavaria 20, Capoeira bei Cativeiro Capoeira Landshut
    • Radsport: Veloteam Landshut
    • Und für den Kopf: Schachclub Landshut

    Eine eigene Welt sind die Schützenvereine. Besonders traditionsreich klingt schon der Name der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft 1425 Landshut. Dazu kommen gut ein Dutzend weitere Schützenvereine, viele davon in den Stadtteilen.

    Sport für alle

    Inklusiver Sport hat in Landshut mehrere Adressen. Die Turngemeinde bietet Behinderten- und Versehrtensport an. Der Gehörlosen-Sportverein Landshut ist für gehörlose Sportlerinnen und Sportler da, und der TSV Landshut-Auloh nennt Inklusion ausdrücklich als Teil seines Angebots. Wer eine bestimmte Sportart mit Unterstützungsbedarf sucht, fragt am besten direkt beim Verein nach.

    So findet man den passenden Verein

    Die beste Quelle ist die Stadt selbst. Auf landshut.de gibt es eine Sportartensuche, in der man nach der gewünschten Sportart filtern kann. Die Liste der Sport- und Schützenvereine zeigt alle Vereine mit Kontaktdaten. Bei Fragen hilft die Stabsstelle Sport im Rathaus weiter.

    Danach geht es meist so weiter:

    1. Ein Probetraining anfragen. Die meisten Vereine lassen Interessierte ein- oder zweimal unverbindlich mitmachen.
    2. Auf die Trainingszeiten achten. Ein Verein ganz in der Nähe mit Training am passenden Abend schlägt oft das schönere Angebot am anderen Ende der Stadt.
    3. Nach dem Beitrag fragen. Viele Vereine haben Familien- und ermäßigte Tarife, in manchen Abteilungen kommt ein Zusatzbeitrag hinzu.
    4. Die Leute kennenlernen. Ob man bleibt, hängt am Ende selten nur am Sport. Die Stimmung in der Gruppe zählt genauso.

    Wer im Landkreis wohnt, fragt am besten bei der eigenen Gemeinde nach. Fast jeder Ort hat seinen eigenen Sportverein, und kurze Wege sind beim Training mehr wert, als man anfangs denkt. Und wer im Verein mehr übernehmen möchte, als nur mitzutrainieren, findet im Artikel Ehrenamt in Landshut passende Anlaufstellen. Weitere Sportthemen gibt es in der Rubrik Sport.

  • Rudern, Kanu und SUP auf der Isar in Landshut

    Die Isar mit dem Ludwigswehr in Landshut
    Foto: Burkhard Mücke, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

    Von der Brücke aus sieht die Isar in Landshut oft gemütlich aus. Wer sie vom Wasser aus kennt, weiß, dass sie das nicht immer ist. Strömung, Wehre und schnell steigende Pegel gehören dazu. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist der Fluss mitten in der Stadt ein schönes Revier für Ruderer, Kanuten und Stand-up-Paddler. Wer anfangen will, ist in einem Verein am besten aufgehoben.

    Rudern: der Landshuter Ruderverein von 1952

    Der Landshuter Ruderverein von 1952 e. V. hat eine hübsche Gründungsgeschichte. Anlass war der Wunsch nach einer Ruderregatta auf der Isar, die zur Landshuter Dult auf Höhe der Grieserwiese stattfinden sollte. Geholfen haben die Rudervereine aus Regensburg und Straubing, die dem neuen Verein je einen Gig-Vierer schenkten. Das erste Bootshaus stand an der Achdorfer Eisenbahnbrücke. Seit 1955 ist der Verein auf der Insel Mitterwöhr zu Hause, das heutige Vereinsheim mit Bootshalle wurde 1987 eröffnet.

    Laut Verein liegt das Bootshaus an der Großen Isar, etwa 300 Meter flussaufwärts vom Isarspitz. Das Revier hat zwei Gesichter. Auf der Großen Isar strömt das Wasser teils kräftig, danach folgt der ruhige Stausee der Stufe Altheim mit rund drei Kilometern Länge. Vom Isarspitz aus kann man außerdem ein Stück die Kleine Isar hinauf rudern.

    Der Verein betreibt Breitensport und Leistungssport, von den Kindern und Jugendlichen bis zu den Masters. Wer erst einmal testen will, ob Rudern passt, kann im Frühjahr einen Anfängerkurs besuchen. Dort sitzt man zuerst am Ergometer, lernt die Bewegung und wagt dann eine erste Ausfahrt. Eine Anmeldung ist nötig. Termine und Kosten stehen auf der Website des Rudervereins.

    Spannend ist ein Blick in die Ruderordnung des Vereins, weil sie zeigt, wie ernst Sicherheit auf der Isar genommen wird. Wer mitrudern will, muss ausreichend schwimmen können. Bei Hochwasser, viel Treibholz oder Frost bleibt das Boot an Land. Gerudert wird nur bei Tageslicht. Wenn bei Nebel die Ufer kaum zu sehen sind, ist der Stausee tabu. Und wer kentert, bleibt am Boot und schwimmt mit ihm ans Ufer.

    Kanu und Kajak: die Kanuabteilung des ETSV 09

    Für Paddler ist die Kanuabteilung des ETSV 09 Landshut die erste Adresse. Im Mittelpunkt steht das Kanuwandern, mit Tagesfahrten auf Isar, Donau, Regen, Naab oder Salzach und mehrtägigen Touren. Trainiert wird auf der Isar in Landshut, auf einer beleuchteten Strecke, die auch im Winterhalbjahr Übung möglich macht. Wer weiter will, findet Wildwasserkurse in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Kanu-Verband.

    Für den Einstieg hat die Abteilung Leihboote, das Anfängertraining wird individuell abgestimmt. Stand-up-Paddling bietet der ETSV nicht als eigenes Training an. SUP-Fahrer sind am Bootshaus aber ausdrücklich willkommen. Für alle, die das Board bisher nur vom Badesee kennen, ist das eine gute Gelegenheit: Hier lernt man von Leuten, die den Fluss seit Jahren befahren.

    Paddler finden in der Vereinsliste der Stadt Landshut noch eine zweite Adresse, den Faltbootklub Landshut e. V.

    Was rechtlich gilt

    In Bayern darf grundsätzlich jeder Gewässer mit kleinen Booten ohne Motor befahren. Das Bayerische Wassergesetz nennt das Gemeingebrauch. Darunter fallen in der Regel Kanu, Kajak, Ruderboot und SUP. Es gibt aber Bedingungen: Das Gewässer darf nicht erheblich beeinträchtigt werden, und fremde Grundstücke darf man nicht unerlaubt betreten. Das betrifft vor allem Ein- und Ausstiegsstellen.

    Die Landratsämter und kreisfreien Städte können den Gemeingebrauch regeln, einschränken oder verbieten, etwa zum Schutz der Natur oder aus Sicherheitsgründen. Andere Landkreise an der Isar haben dafür eigene Bootfahr-Verordnungen erlassen. Vor einer Tour lohnt deshalb die Frage, ob für den geplanten Abschnitt etwas gilt. Ansprechpartner sind die Stadt Landshut oder das Landratsamt.

    Besondere Rücksicht verlangen Schutzgebiete. Der Stausee bei Altheim ist nach Angaben des Rudervereins Vogelschutzgebiet. Wer dort unterwegs ist, hält Abstand zu Ufern, Inseln und rastenden Vögeln.

    Die Wehre: nicht unterschätzen

    In Landshut gibt es mit dem Maxwehr und dem Ludwigswehr zwei Wehre, an denen das Wasser gefährlich wird. Die Stadt verbietet das Baden in ihrem Einflussbereich und warnt ausdrücklich vor Lebensgefahr. Unterhalb eines Wehrs bildet sich oft eine Rückströmung, die Menschen und Boote festhält. Für Paddler heißt das: Wehre nie befahren, früh genug anlanden und das Boot umtragen. Wer die Stellen nicht kennt, fährt die Strecke beim ersten Mal mit jemandem, der sie kennt.

    Sicherheit auf dem Wasser

    • Vor jeder Fahrt den Pegel prüfen. Der Hochwassernachrichtendienst Bayern zeigt den aktuellen Isarpegel in Landshut-Birket. Bei Hochwasser und viel Treibgut bleibt man an Land.
    • Eine Schwimmweste gehört dazu, auch auf dem SUP und auch bei Sonnenschein.
    • Auf fließendem Wasser kann sich eine Knöchelleine an Ästen oder Brückenpfeilern verfangen. Besser ist eine Leine mit Schnellauslöser an der Hüfte.
    • Unbekannte Abschnitte fährt man besser nicht allein.
    • Im Frühjahr ist die Isar kalt. Wer dann ins Wasser fällt, verliert schnell Kraft.
    • Nach Starkregen können laut Stadt Krankheitserreger in den Fluss gelangen. Wer dann kentert und Wasser schluckt, riskiert mehr als nasse Kleidung.

    Seit 2019 ist das Baden in der Isar im Stadtgebiet wieder erlaubt. Ein offizielles Badegewässer ist der Fluss deshalb aber nicht. Strömung, Untiefen und Treibgut bleiben, betont die Stadt auf ihrer Seite zu Badegewässern.

    Wie man anfängt

    Am einfachsten über einen Verein: ein Anfängerkurs beim Ruderverein oder ein Probetraining bei den Kanuten. Dort gibt es Boote und Leute, die wissen, wo es auf der Isar knifflig wird. Wer danach lieber an Land bleibt, findet in unserem Artikel über die Isarauen Ideen für Spaziergänge am Wasser. Weitere Vereine stehen im Überblick über Landshuter Sportvereine, mehr Sportthemen in der Rubrik Sport.

  • Radtouren an Isar und Vils rund um Landshut

    Die Isar an der Hammerinsel in Landshut
    Foto: Allie_Caulfield from Germany, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

    Landshut liegt an einem der bekanntesten Flussradwege Bayerns, und gleich hinter der Stadt beginnt das Hügelland zwischen Isar und Vils. Für Radfahrer heißt das: flache Genusstouren am Fluss oder ein paar Höhenmeter mehr, wenn man ins Vilstal hinüber will. Wir stellen die wichtigsten Strecken vor und sagen, wie man sie in Tagesetappen aufteilt.

    Der Isarradweg

    Der Isarradweg ist knapp 300 Kilometer lang. Er beginnt im Karwendel, führt über Bad Tölz, München und Freising nach Niederbayern und endet an der Mündung der Isar in die Donau bei Deggendorf. Betreut wird die Route vom Arbeitskreis Isarradweg, in dem sich die Regionen entlang des Flusses zusammengeschlossen haben. Auf der offiziellen Website des Isarradwegs stehen Karten, GPS-Daten und Hinweise auf Umleitungen.

    Je weiter man nach Osten kommt, desto breiter wird das Tal und desto flacher die Landschaft. Der niederbayerische Teil eignet sich deshalb gut für Familien und alle, die lieber schauen als schwitzen.

    Drei Etappen rund um Landshut

    Moosburg – Landshut

    Eine schöne Halbtagestour führt von Moosburg nach Landshut. Moosburg hat eine kleine Altstadt mit dem Kastulusmünster und laut Arbeitskreis sogar Schließfächer, in denen man den E-Bike-Akku laden kann. Auf dem Weg nach Landshut passiert man die Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen, ein Schutzgebiet für Wasservögel. Ein Fernglas im Gepäck schadet nicht. Mehr über die Natur am Weg steht in unserem Beitrag über die Isarauen rund um Landshut.

    Kurz vor der Stadt liegt der Biergarten Ellermühle direkt am Radweg. Zurück nach Moosburg kommt man bequem mit dem Zug.

    Durch Landshut

    Rund 40 Kilometer des Isarradwegs liegen im Landkreis Landshut, und die Route führt mitten durch die Altstadt. Schon von Weitem sieht man den Turm der Basilika St. Martin, laut Arbeitskreis der höchste Backsteinturm der Welt. Für eine Pause in der Stadt gibt es genug Gründe, von der Stadtresidenz bis zur Burg Trausnitz. In der Innenstadt gibt es laut Stadt fast 1000 Fahrradbügel, abschließen kann man das Rad also fast überall. Am Stadtrand lohnt ein Abstecher zum Naherholungsgebiet Gretlmühle mit seinen Badeseen.

    Landshut – Dingolfing

    Isarabwärts geht es über Niederaichbach in den Landkreis Dingolfing-Landau. Unterwegs liegen die Klosteranlage Niederviehbach und in Loiching ein Kirchenensemble mit alten Linden. In Dingolfing selbst gibt es eine sehenswerte Altstadt und ein Museum zur Stadt- und Industriegeschichte, vom Goggomobil bis zu aktuellen BMW-Modellen. Zurück nach Landshut geht es von Dingolfing aus mit der Bahn. Wer noch Kraft hat, fährt weiter bis Landau.

    Von Landau sind es noch gut 60 Kilometer bis zur Mündung, eine Tagesetappe für sich. Bei Plattling teilt sich der Weg: Eine Variante führt nach Deggendorf, die andere ins Isarmündungsgebiet mit Infozentrum. Das letzte Stück zum Mündungsblick ist Fußgängern vorbehalten.

    Vom Isartal ins Vilstal

    Der Isar-Vils-Radweg verbindet die beiden Fernradwege im Landkreis. Er ist rund 24 Kilometer lang, gut beschildert und führt durch typisches niederbayerisches Hügelland. Laut Tourismusverband Ostbayern kommen dabei rund 160 bis 180 Höhenmeter bergauf zusammen. Bei klarem Wetter sieht man unterwegs die Alpen. Auf Höhe Vilsbiburg kann man auf den Vilstalradweg wechseln oder auf dem Vils-Rott-Radweg ins Rottal weiterfahren. Streckendaten und Karte gibt es beim Tourismusverband Ostbayern.

    Der Vilstalradweg folgt der Vils über rund 115 Kilometer von Dorfen in Oberbayern bis zur Mündung in die Donau bei Vilshofen. Er verläuft meist auf Radwegen und ruhigen Nebenstraßen, größere Steigungen gibt es kaum. Der Tourismusverband zählt ihn zu den beliebtesten Radwanderwegen Niederbayerns, gerade bei Familien. Unterwegs kommt man durch Velden, Vilsbiburg, Frontenhausen und Marklkofen und passiert Barockkirchen, Schlösser und den Vilstalsee.

    Ein aktueller Hinweis: Zwischen Vilsbiburg und Gerzen wird bis voraussichtlich Mitte Dezember 2026 an der Staatsstraße 2083 gebaut, die parallel zum Radweg verläuft. Dort kann mehr Verkehr sein als sonst. Solche Meldungen stehen jeweils auf der Seite des Vilstalradwegs.

    Karten und Planung

    Für Touren in und um die Stadt gibt es den kostenlosen Landshuter Radlplan. Er verzeichnet alle Radwege im Stadtgebiet und einige ausgearbeitete Touren. Gedruckt liegt er in der Tourist-Information in der Altstadt, im Rathaus II und im Landratsamt aus, als PDF steht er auf der Radseite der Stadt Landshut.

    Wer kein eigenes Rad dabeihat, kann von April bis Oktober in der Tourist-Information im Rathaus ein E-Bike leihen. Für längere Etappen gilt das Übliche: Reparaturset einpacken, genug trinken und die Rückfahrt mit dem Zug vorher prüfen, gerade an Sommerwochenenden, wenn viele Räder mitfahren wollen.

    Einkehr unterwegs

    Unterwegs einzukehren ist an Isar und Vils leicht. Etliche Gasthäuser im Landkreis liegen an oder nahe den Radwegen und haben im Sommer einen Biergarten. An der Isar sind das etwa die Ellermühle bei Landshut oder der Gasthof Meyer in Piflas. Im Vilstal haben sich mehrere Wirte auf Radler eingestellt, zum Beispiel die Linde in Leberskirchen oder der Landgasthof Maier in Frauensattling. Öffnungszeiten ändern sich je nach Saison, ein Blick auf die Website des Wirts vor dem Losfahren erspart Enttäuschungen.

    Weitere Adressen stehen in unserem Überblick über die Biergärten in Landshut und Umgebung. Wer unterwegs lieber auf dem Markt einkauft und eine Brotzeit einpackt, findet Tipps im Beitrag über Wochenmärkte und Hofläden.

  • Museen in Landshut: Überblick für Neugierige

    Altstadt Landshut mit Blick zur Heiliggeistkirche
    Foto: Rufus46, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

    Landshut ist keine Großstadt, hat aber eine Museumslandschaft, die man ihr nicht unbedingt zutraut. Da ist ein Bildhauer, dessen Bronzekugel in New York steht, und eine gotische Kirche, in der heute Kunst hängt statt Heiligenbilder. Alles liegt in Gehweite. Hier steht, welche Häuser es gibt und wo gerade gebaut wird.

    Die Museen der Stadt Landshut

    Die Stadt betreibt mehrere Häuser unter einem gemeinsamen Dach. Die zentrale Seite ist museen-landshut.de, dort stehen auch die aktuellen Öffnungszeiten und Ausstellungen. Die Standorte liegen zwischen Altstadt und Hofberg, man erreicht sie gut zu Fuß.

    LANDSHUTmuseum

    Das LANDSHUTmuseum ist das Haus für die Geschichte von Stadt und Region. Es sitzt im ehemaligen Franziskanerkloster am Alten Franziskanerplatz. Schon der Klosterhof ist einen Blick wert. Eine klassische Dauerausstellung, die man einmal gesehen hat und dann abhaken kann, steht nicht im Vordergrund. Das Museum arbeitet vor allem mit wechselnden Ausstellungen. Zu sehen ist dort auch das Landshuter Stadtmodell nach Jakob Sandtner, das die Stadt im 16. Jahrhundert zeigt.

    Bis März 2027 läuft dort „KAMPF – KUNST – GESCHICHTE“. Ab Ende Oktober 2026 kommt im Obergeschoss „The Space in Between“ hinzu.

    KASiMiRmuseum

    Im selben Gebäude liegt das KASiMiRmuseum, das Kinder- und Jugendmuseum der Stadt. Hier geht es ums Anfassen und Ausprobieren, mit Mitmach-Ausstellungen zur Stadt- und Regionalgeschichte. Im Moment ist es allerdings wegen Umbau geschlossen. Wann es wieder öffnet, steht auf kasimirmuseum.de.

    KOENIGmuseum

    Das KOENIGmuseum ist dem Bildhauer Fritz Koenig (1924–2017) gewidmet. Bis Ende 2018 hieß es Skulpturenmuseum im Hofberg. Es liegt am Hofberg, gleich hinter der mittelalterlichen Stadtmauer. Koenig lebte und arbeitete ab den 1960er-Jahren auf dem Ganslberg bei Landshut. 1993 brachten er und seine Frau Maria ihre Sammlung in eine Stiftung ein, daraus entstand das Museum.

    International bekannt ist Koenig vor allem durch eine Arbeit: die „Große Kugelkaryatide N.Y.“, eine fast acht Meter hohe Bronzekugel, die ab 1972 auf dem Platz zwischen den Türmen des World Trade Centers stand. Nach dem 11. September 2001 wurde sie beschädigt, aber weitgehend erhalten aus den Trümmern geborgen. Heute steht sie als Mahnmal im Liberty Park in New York.

    Im Museum sieht man Skulpturen und Grafiken von Koenig, dazu seine umfangreiche Sammlung afrikanischer und ethnologischer Objekte. Außerdem gibt es Wechselausstellungen. Derzeit (Juli 2026 bis Januar 2027) läuft „KÜHLEWEIN + KOENIG“.

    Heiliggeistkirche

    Ein ungewöhnlicher Ausstellungsort: Die spätgotische Heiliggeistkirche, auch Spitalkirche genannt, steht am nördlichen Ende der Altstadt. Die Pläne stammen von Hans von Burghausen, der Grundstein wurde 1407 gelegt. Nach einer umfassenden Restaurierung, die 1998 abgeschlossen war, nutzen die städtischen Museen den Raum für Ausstellungen zu geistlicher und weltlicher Kunst. Bis Februar 2027 ist „Slavko Oblak. Natur Kunst Werk“ zu sehen.

    Allein der hohe, helle Kirchenraum ist den Weg wert. Man schaut fast so oft nach oben ins Gewölbe wie auf die Exponate.

    Die Kunst- und Wunderkammer auf der Burg Trausnitz

    Oben auf der Burg Trausnitz zeigt das Bayerische Nationalmuseum seit 2004 im Damenstock eine Kunst- und Wunderkammer, als Zweigmuseum. Vorbild ist die Sammlung von Herzog Albrecht V. aus dem 16. Jahrhundert. Rund 750 Stücke sind ausgestellt, sortiert so, wie man damals die Welt ordnete: Kunsthandwerk wie Bergkristallpokale, Naturwunder, Exotisches aus gerade entdeckten Weltgegenden und Instrumente wie Uhren, Globen und Astrolabien. Die Besucher sollten staunen, dafür waren solche Kammern gedacht. Das klappt auch 450 Jahre später noch.

    Die Wunderkammer kann man ohne Führung besuchen. Wer ohnehin auf den Burgberg steigt, sollte sie mitnehmen. Mehr zur Burg selbst steht in unserem Beitrag Burg Trausnitz besuchen. Zeiten und Tickets gibt es bei der Bayerischen Schlösserverwaltung.

    Stadtresidenz: im Moment geschlossen

    Die Stadtresidenz in der Altstadt gilt als erster Palast im Stil der italienischen Renaissance auf deutschem Boden. Herzog Ludwig X. ließ ab 1536 bauen, zuerst den „Deutschen Bau“, ab 1537 dahinter den „Italienischen Bau“ nach Vorbildern, die er auf einer Reise nach Oberitalien gesehen hatte. Die Schlösserverwaltung hat das Gebäude wegen Bauarbeiten bis auf Weiteres geschlossen. Von außen ist die Fassade trotzdem ein Halt beim Altstadtbummel.

    Praktisch: So lässt sich ein Museumstag planen

    • LANDSHUTmuseum und KOENIGmuseum liegen nah beieinander. Beide zusammen sind an einem Nachmittag gut machbar.
    • Zur Heiliggeistkirche am Nordende der Altstadt läuft man ein Stück durch die historische Innenstadt. Das ist eher Gewinn als Umweg.
    • Für die Wunderkammer braucht man etwas Puste, der Weg zur Burg geht bergauf.
    • Öffnungszeiten ändern sich je nach Saison und Feiertag. Am besten kurz vor dem Besuch auf der jeweiligen Website nachsehen.

    Wer mehr Kultur sucht

    Alle vier Jahre steht die Landshuter Hochzeit an, das nächste Mal 2027. Die Hintergründe stehen in unserem Beitrag zur Landshuter Hochzeit 1475. Weitere Beiträge sammeln wir in der Rubrik Kultur.

  • Landshuter Hochzeit 1475: Geschichte, Fest und Termin 2027

    Szene vom Festspiel Landshuter Hochzeit 1475 im Jahr 2023
    Foto: Andreas Kreitmaier, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

    Alle vier Jahre sieht die Landshuter Altstadt für ein paar Wochen aus, als hätte jemand die Uhr um gut 550 Jahre zurückgedreht. Tausende Landshuterinnen und Landshuter tragen dann Gewänder nach spätmittelalterlichem Vorbild, und durch die Prachtstraße, die hier schlicht „Altstadt“ heißt, zieht ein Hochzeitszug. Die Landshuter Hochzeit 1475 zählt zu den größten historischen Festen Europas. Der nächste Termin steht fest: 25. Juni bis 18. Juli 2027.

    Was 1475 in Landshut passiert ist

    Im November 1475 heiratete Georg, Sohn des niederbayerischen Herzogs Ludwig IX., die polnische Königstochter Hedwig. Ihr Vater war König Kasimir IV. aus dem Haus der Jagiellonen. Getraut wurde das Paar in der Martinskirche, danach zog der Brautzug weiter zum Rathaus. Die Feier dauerte mehrere Tage, mit Festmahl, Tanz und Ritterturnier. Nach den Überlieferungen kamen rund zehntausend Gäste in die Stadt, für das damalige Landshut eine enorme Zahl.

    Georg ging später als „der Reiche“ in die Geschichte ein. Der Beiname passt zu einem Fest, über das man in Landshut nach 550 Jahren immer noch spricht.

    Vom Brautzug 1903 zum Festspiel heute

    Getragen wird das Fest vom Verein „Die Förderer“ e. V., gegründet 1902. Schon ein Jahr später ging der Brautzug zum ersten Mal öffentlich durch die Stadt. Seit 1981 gilt ein fester Rhythmus von vier Jahren. Die Ausgabe von 2021 musste wegen der Corona-Pandemie ausfallen und wurde 2023 nachgeholt. Von 2023 aus gerechnet ist 2027 wieder an der Reihe.

    Gespielt wird nicht von Profis. Rund 2.500 Landshuterinnen und Landshuter wirken mit, verteilt auf mehr als 70 Gruppen. Bei der Ausstattung nimmt man es genau. Stoffe, Waffen, Wagen und sogar die Frisuren richten sich nach Vorlagen aus der Zeit um 1475, so beschreibt es der Verein. Das sieht man auch aus der dritten Reihe am Straßenrand.

    Seit 2018 steht die Landshuter Hochzeit im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.

    Was zum Festprogramm gehört

    Das Programm verteilt sich auf mehrere Wochenenden und einzelne Wochentage. Das genaue Programm für 2027 veröffentlicht der Verein auf landshuter-hochzeit.de. Einiges kehrt jedes Mal wieder:

    • der Hochzeitszug durch die Altstadt, für den die meisten anreisen; an den Sonntagen rechnen die Veranstalter mit jeweils über 100.000 Zuschauern
    • das Lagerleben, in dem gekocht, gehandwerkt und musiziert wird
    • Reiter- und Ritterspiele mit Turnierkämpfen
    • Fest- und Tanzspiele im Rathaus
    • abends die festlichen Spiele im nächtlichen Lager
    • Programm auf der Burg Trausnitz, etwa die Schwertschule und das Burgfest

    Für 2027 hat der Verein außerdem ein Konzert der Landshuter Hofkapelle angekündigt.

    Tipps für den Besuch

    Ruhig wird es nicht, das vorweg. An den Hauptterminen ist die Altstadt voll. Ein paar Dinge machen den Tag trotzdem leichter.

    Karten früh besorgen

    Für Tribünenplätze beim Hochzeitszug, das Festspiel und die Turniere braucht man Karten, und die gehen schnell weg. Bei früheren Festen waren die meisten Veranstaltungen Monate vorher ausverkauft. Den Vorverkauf kündigt der Verein auf seiner Website an. Wer leer ausgeht, muss trotzdem nicht zu Hause bleiben: Viel vom Fest spielt sich frei zugänglich in den Gassen ab.

    Mit Bus und Bahn anreisen

    Landshut hat einen Hauptbahnhof mit guter Verbindung Richtung München und Regensburg. Bei Großveranstaltungen ist das fast immer entspannter als die Parkplatzsuche. Vom Bahnhof bringen Stadtbusse in die Altstadt. Fahrpläne gibt es bei den Stadtwerken Landshut.

    Wochentag statt Sonntag

    Wer es etwas ruhiger mag, kommt unter der Woche. Das Lagerleben hat dann mehr Platz, und man kommt eher mit den Mitwirkenden ins Gespräch. Den Hochzeitszug gibt es allerdings nur an bestimmten Tagen, also vorher ins Programm schauen.

    Bequeme Schuhe, Wasser, Geduld

    Kopfsteinpflaster, lange Wartezeiten am Straßenrand, Hochsommer: Mehr muss man dazu kaum sagen. Ein Sitzkissen für die Bordsteinkante ist kein schlechter Gedanke.

    Mit Kindern

    Für Kinder ist das Lager oft spannender als der Zug selbst, weil man näher dran ist und Handwerk zuschauen kann. Weitere Ideen für Familien sammeln wir unter Ausflüge mit Kindern rund um Landshut.

    Zwischen den Festjahren

    Auch in den drei Jahren dazwischen lässt sich die Geschichte nachvollziehen. Die Martinskirche, in der 1475 getraut wurde, steht mitten in der Altstadt. Oben auf dem Berg liegt die Burg Trausnitz, damals Sitz der Landshuter Herzöge. Was man dort heute sieht, steht in unserem Beitrag Burg Trausnitz besuchen. Und wer die Stadtgeschichte im Museum vertiefen möchte, findet Anregungen unter Museen in Landshut.

    Wer beim nächsten Mal nicht nur zuschauen will: Bei den Förderern kann man sich als „Hochzeiter“ bewerben oder Mitglied werden. Wie das geht, steht auf der Website des Vereins.

  • Landestheater Niederbayern und Bühnen in Landshut

    Außenansicht des Stadttheaters in Landshut
    Foto: Landestheater Niederbayern, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

    Landshut spielt seit über zehn Jahren Theater in einem Zelt. Das klingt nach Provisorium, und genau das ist es auch. Trotzdem ist das Theaterzelt im Messepark für viele Landshuter längst eine feste Adresse. Und es ist nicht die einzige Bühne der Stadt. Ein Privattheater spielt in einer mittelalterlichen Zollscheune, ein Verein betreibt ein Programmkino, und im Sommer wird sogar im Biergarten Kabarett gemacht.

    Ein Theater für drei Städte

    Das Landestheater Niederbayern ist ein Zweckverband und spielt in Landshut, Passau und Straubing. Entstanden ist es 1952. Damals schlossen sich in der Nachkriegszeit Theater zusammen, die allein finanziell nicht über die Runden kamen. Ab 1953 hieß der Verbund Südostbayerisches Städtetheater, seit 2008 trägt er den heutigen Namen.

    Die Arbeitsteilung ist klar geregelt. Das Schauspiel hat seinen Sitz in Landshut, das Musiktheater in Passau. Dazu kommen Konzerte der Niederbayerischen Philharmonie, des hauseigenen Orchesters, und das Junge Theater mit Stücken für Kinder und Jugendliche. Insgesamt arbeiten rund 240 Menschen für das Haus.

    Mit der Spielzeit 2026/27 hat eine neue Intendantin übernommen: Astrid Großgasteiger. Sie folgt auf Stefan Tilch, der das Landestheater seit 2002 geleitet hatte. Was gerade auf dem Spielplan steht, findet man auf der Website des Landestheaters Niederbayern.

    Spielstätte Theaterzelt

    In Landshut spielt das Landestheater im Theaterzelt an der Niedermayerstraße 101, im Messepark. Das Zelt hat 441 Plätze und ist seit Juni 2014 in Betrieb. Wer mit dem Auto kommt, folgt der Beschilderung „Messe/S-Arena“ und parkt kostenlos in der Nähe des Messeturms. Die Buslinien 3 und 6 halten in wenigen Gehminuten Entfernung.

    Für Menschen mit Gehbehinderung gibt es Rampen, Rollstuhlplätze im Parkett und ein barrierefreies WC. Eine Induktionsschleife für Hörgeschädigte hat das Zelt nach Angaben des Theaters nicht. Wer darauf angewiesen ist, sollte das wissen, bevor er Karten kauft. Die Details stehen auf der Serviceseite des Landestheaters.

    Das Stadttheater: lange Baustelle, neuer Zeitplan

    Bis 2014 spielte das Landestheater im Stadttheater im Bernlochner-Komplex in der Innenstadt. Der Komplex geht auf den Baumeister Johann Baptist Bernlochner zurück. Geschlossen wurde das Haus wegen Mängeln bei Statik, Arbeitssicherheit und Brandschutz.

    Seitdem ist viel geplant worden. 2019 gab es einen Architekturwettbewerb, danach immer wieder Diskussionen über Kosten und Prioritäten. Zwischen Juni und Dezember 2024 hat die Stadt das Gebäude entkernen und von Schadstoffen wie asbesthaltiger Wandfarbe befreien lassen. Die alten Theatersessel wurden übrigens nicht entsorgt, sondern stehen jetzt in einem Privattheater in Würzburg.

    Im Juli 2026 hat der Stadtrat mit großer Mehrheit beschlossen, die Architektenverträge für Sanierung und Anbau abzuschließen. Angepeilt ist die Fertigstellung zur Landshuter Hochzeit 2031. Ob das klappt, wird sich zeigen. Bei Bauprojekten dieser Größe rutschen Termine gern, und frühere Zeitpläne hatten schon 2028 genannt. Mehr zum Festspiel, nach dem sich der Termin richtet, steht in unserem Beitrag über die Landshuter Hochzeit.

    Die Kammerspiele in der alten Zollscheune

    Die zweite feste Theateradresse der Stadt ist das kleine theater – KAMMERSPIELE Landshut. Gegründet hat es Sven Grunert 1992 mit drei Schauspielern, einem Techniker und einem Trägerverein. Die erste Premiere ging im Oktober 1992 in einem Hinterhof in der Neustadt über die Bühne.

    Seit 1998 spielt das Ensemble in einer mittelalterlichen Zollscheune an der Bauhofstraße. Der Architekt Andreas Hild baute das stark baufällige, denkmalgeschützte Gebäude damals um und wollte dabei so viel wie möglich vom Charakter des alten Stadels bewahren. Der Saal hat 99 Plätze und ist mit schwarzem Stoff ausgekleidet, die Eingangshalle dagegen in kräftigem Rot gehalten. Auf dem Programm stehen zeitgenössische Stücke und neu gelesene Klassiker, außerdem gibt es einen Jugendspielclub und Schultheatertage. Spielplan und Karten gibt es auf der Website der Kammerspiele.

    Kino, Kleinkunst und Open Air

    Das Kinoptikum ist ein Programmkino, das vom Verein Filmzentrum getragen wird. Das Kino gibt es seit rund vier Jahrzehnten, zwischen 2020 und 2022 wurde es renoviert. Regelmäßig laufen Filme im Original mit Untertiteln, oft in thematischen Reihen.

    Wer Konzerte und Kabarett sucht, landet oft in der Alten Kaserne am Liesl-Karlstadt-Weg. Das Jugendkulturzentrum holt regelmäßig Bands und Kabarettisten nach Landshut, und das Publikum ist keineswegs nur jung.

    Im Sommer zieht die Kultur nach draußen. Beim Landshuter Kultursommer gab es 2026 von Mai bis September rund 90 Veranstaltungen von mehr als zehn Veranstaltern, von Klassik bis Kabarett. Eine der Open-Air-Bühnen steht im Biergarten des Gasthauses Rahbauer in Weihbüchl. Auch auf der Burg Trausnitz stand 2026 Kabarett auf dem Programm. Wie man die Burg auch außerhalb des Festivals besucht, steht in unserem Beitrag über die Burg Trausnitz. Weitere Kulturthemen sammeln wir in der Rubrik Kultur.

  • Natur rund um Landshut: Isarauen, Hofgarten und mehr

    Weg am Isardamm vor dem Echinger Stausee
    Foto: Harke, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

    Landshut liegt an einer Kante. Auf der einen Seite das Tertiärhügelland mit seinen Äckern, auf der anderen das Tal der unteren Isar, gesäumt von steilen, meist bewaldeten Hängen, den Isarleiten. So beschreibt es das Bayerische Landesamt für Umwelt, und wer einmal vom Hofberg auf die Stadt geschaut hat, versteht den Satz sofort. Genau an dieser Kante findet sich ein großer Teil der Natur, die man von Landshut aus zu Fuß oder mit dem Rad erreicht.

    Die Isarauen: Auwald und Brennen

    Entlang der Isar wachsen naturnahe Auwälder. Dazwischen liegen sogenannte Brennen: magere, trockene Flächen auf alten Kiesbänken des Flusses. Auf diesen kargen Böden wachsen nach Angaben des Landesamts seltene Orchideen, darunter der Frauenschuh. Wer im Frühsommer durch die Auen läuft, sollte also nicht nur geradeaus schauen.

    Die Stadt hat ihre wertvollen Lebensräume schon 1987 erfassen lassen. Damals kamen 211 Biotope mit zusammen 862 Hektar zusammen, rund 13 Prozent des Stadtgebiets. In den Sommern 2023 und 2024 wurde neu kartiert.

    Ein bequemer Einstieg ist das Naherholungsgebiet Gretlmühle. Rund um Badesee und Surfsee liegen dort weitläufige Auwald- und ökologische Flächen, und über den Isarradweg ist man schnell da. Tiere dürfen übrigens nicht mit aufs Gelände, auch keine Hunde. Wer die Isar lieber vom Sattel aus erlebt, findet passende Strecken in unserem Beitrag zu Radtouren an Isar und Vils.

    Hofgarten: Wald mitten in der Stadt

    Der Hof- und Herzoggarten ist mehr Wald als Park, zumindest im unteren Teil. An den steilen Hängen wächst dichter Buchenmischwald, erst oben wird das Gelände parkartig. Zwischen dem tiefsten Punkt an der Freyung und der höchsten Stelle liegen laut Stadt 90 Höhenmeter, ein Wegenetz von acht Kilometern verbindet alles.

    Spannend für Baumfreunde: Als die Universität den Hofgarten nutzte, wurden dort fremde Gehölze und besondere Sorten heimischer Bäume gepflanzt. Mehrere davon sind heute als Naturdenkmal geschützt, etwa ein Mammutbaum am Nymphäenteich, Sumpfzypressen am Entenweiher und ein Tulpenbaum am Überreiterweg. Viele weitere seltene Gehölze tragen Bestimmungstafeln. Der Herzoggarten selbst wurde ab 1782 von Friedrich Ludwig von Sckell als Landschaftsgarten geplant, der später auch den Englischen Garten in München gestaltete. Einzelheiten stehen auf der Seite der Stadt zum Hof- und Herzoggarten.

    Naturschutzgebiet an der Isarleite

    Am rechten Rand des Isartals, in den Gemarkungen Frauenberg und Schönbrunn, liegt auf dem früheren Standortübungsplatz der Bundeswehr das Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite“. Die Regierung von Niederbayern hat es 2001 ausgewiesen, es ist rund 278 Hektar groß und gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000. Geschützt sind magere Weiderasen, kleine Tümpel, Streuobst, die Hangwälder der Isarleite und die Dobel, also die Bachschluchten, die sich von der Leite ins Hinterland ziehen. An Quellen bildet sich dort Kalktuff.

    Die Artenliste ist lang. Das Landesamt für Umwelt nennt 65 Vogel-, 12 Amphibien-, 14 Libellen- und 20 Heuschreckenarten sowie 426 Pflanzenarten. Laubfrosch und Kammmolch leben hier, ebenso Wendehals und Heidelerche.

    Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen

    Flussaufwärts, zwischen Landshut und Moosburg, liegen der Echinger Stauweiher und der Moosburger Ausgleichsweiher. Zusammen mit Teilen des Auwalds bilden sie seit 1982 das Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen“. Es ist 570 Hektar groß und reicht über die Gemeinden Eching und Bruckberg im Landkreis Landshut bis nach Wang im Landkreis Freising. Laut Verordnung sollen hier gefährdete Vogelarten Nahrung, Brutplätze und Ruhe finden. Für viele Wasservögel sind die Seen ein Rast- und Überwinterungsgebiet. Ein Fernglas lohnt sich, besonders im Herbst und Winter.

    Wiesenbrüter im unteren Isartal

    Weiter isarabwärts, südlich von Mettenbach (Markt Essenbach) und Grießenbach (Gemeinde Postau), liegt das Mettenbacher und Grießenbacher Moos. Es gehört zu einem europäischen Vogelschutzgebiet für Wiesenbrüter im unteren Isartal. Hier brüten unter anderem Großer Brachvogel und Kiebitz, und zwar am Boden, mitten in der Wiese. Ein Spaziergang quer über die Fläche oder ein frei laufender Hund kann eine ganze Brut kosten. Deshalb gilt hier besonders: auf den Wegen bleiben.

    Wandern: der Landshuter Höhenwanderweg

    Für längere Touren bietet sich der Landshuter Höhenwanderweg an. Er führt von Buch am Erlbach bis Hüttenkofen, dazu kommen mehrere Rundwege. Schautafeln am Weg erklären Bodendenkmäler, Kirchen und Schlösser, und es gibt Hörgeschichten zur Strecke. Die Stadt hat dazu eine eigene Seite mit Wanderkarte eingerichtet. Wer es kürzer mag, kombiniert einen Abschnitt mit einer Einkehr. Tipps dafür stehen in unserem Überblick über die Biergärten in Landshut.

    Wie man sich in Schutzgebieten verhält

    Jedes Naturschutzgebiet hat eine eigene Verordnung, und die Regeln unterscheiden sich. Ein paar Punkte tauchen aber fast überall auf. Am Beispiel der beiden Gebiete bei Landshut:

    • Auf den Wegen bleiben. In der Vogelfreistätte dürfen Besucher die Wege grundsätzlich nicht verlassen. Im Gebiet an der Isarleite sind die offenen Flächen von März bis Ende August abseits der ausgewiesenen Wege tabu.
    • Hunde an die Leine. An der Isarleite ist das ausdrücklich vorgeschrieben.
    • Nicht zelten. An der Isarleite sind auch Feuer und Grillen ausdrücklich verboten.
    • Ruhe halten. Laute Musik aus dem Lautsprecher ist in beiden Gebieten verboten.
    • Pflanzen stehen lassen, auch einzelne Blumen.
    • In der Vogelfreistätte nicht baden und nicht mit Booten, Luftmatratzen oder Ähnlichem auf die Stauseen.

    Den genauen Wortlaut findet man in der Verordnung zum Naturschutzgebiet an der Isarleite, die die Regierung von Niederbayern veröffentlicht. Vor Ort zeigen Schilder an, wo ein Schutzgebiet beginnt. Wer unsicher ist, ob ein Weg erlaubt ist, nimmt im Zweifel den breiteren.

  • Fördermittel für Vereine in der Region Landshut

    Das Ländtor in Landshut
    Foto: Rufus46, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

    Neue Trikots, ein undichtes Vereinsheim, ein Ferienprogramm für Kinder: In fast jedem Verein gibt es mehr Ideen als Geld. Dabei liegt in der Region Landshut einiges an Fördergeld bereit. Man muss nur wissen, wo, und die Fristen ernst nehmen. Hier die wichtigsten Quellen im Überblick. Konkrete Beträge und Stichtage nennen wir bewusst nicht, weil sie sich regelmäßig ändern. Die aktuellen Angaben stehen jeweils bei den verlinkten Stellen.

    Sportvereine: die Vereinspauschale des Freistaats

    Die wichtigste regelmäßige Förderung für Sport- und Schützenvereine ist die Vereinspauschale. Sie kommt vom Freistaat Bayern und beruht auf den staatlichen Sportförderrichtlinien. Seit 2023 wird der Sportbetrieb der Vereine pauschal gefördert. In die Berechnung fließen unter anderem die Mitglieder und gültige Trainer- und Übungsleiterlizenzen ein. Voraussetzungen sind zum Beispiel Gemeinnützigkeit, aktive Jugendarbeit und die Mitgliedschaft in einer anerkannten Dachorganisation, etwa dem BLSV.

    Zuständig ist je nach Sitz des Vereins eine andere Stelle:

    • Für Vereine in der Stadt Landshut ist es die Stabsstelle Sport. Der Antrag läuft online, für die Registrierung schickt die Stabsstelle einen Code. Alles Nötige steht auf der Seite zur Sportförderung der Stadt Landshut.
    • Für Vereine im Landkreis ist das Landratsamt Landshut zuständig. Dort gibt es einen Online-Antrag mit BayernID oder alternativ einen PDF-Antrag.

    Eines sollte jeder Vorstand wissen: Der Stichtag ist eine gesetzliche Ausschlussfrist. Wer ihn verpasst oder unvollständige Unterlagen einreicht, geht für das Jahr leer aus. Ausnahmen für Härtefälle gibt es nicht. Es lohnt sich, den Termin gleich zu Jahresbeginn im Vereinskalender einzutragen.

    Zusätzlich in der Stadt: Jugend- und Übungsleiterförderung

    Die Stadt Landshut legt für ihre Sport- und Schützenvereine noch eine eigene Jugend- und Übungsleiterförderung obendrauf. Einen eigenen Antrag braucht es dafür nicht, der Antrag zur Vereinspauschale zählt gleich mit. Die Bedingungen sind ähnlich wie beim Freistaat. Hinzu kommen unter anderem ein Mindestanteil an Kindern und Jugendlichen, ein Vereinsalter von mindestens einem Jahr und eine Mindestzahl an Mitgliedern mit Hauptwohnsitz in Landshut. Die Details stehen in den städtischen Sportförderrichtlinien, die ebenfalls auf der Sportförderseite verlinkt sind.

    Bauen und sanieren: Sportstättenförderung über den BLSV

    Wenn das eigene Vereinsheim, der Platz oder die Halle gebaut, erweitert oder modernisiert werden soll, ist der Bayerische Landes-Sportverband der Ansprechpartner. Der BLSV vergibt im Auftrag des Freistaats Zuschüsse für vereinseigene Sportstätten. Antragsberechtigt sind Vereine, die Mitglied im BLSV sind. Es gibt einen einfacheren Kleinantrag und einen Regelantrag für größere Vorhaben. Eingereicht wird online über die BLSV-Plattform verein360. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Daher gilt: früh fragen, bevor der erste Auftrag vergeben ist.

    Für Vereine aller Art: LEADER im Landkreis

    Nicht nur für Sportvereine interessant ist das EU-Programm LEADER. Im Landkreis Landshut ist die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Landkreis Landshut e. V. für die Förderperiode 2023 bis 2027 anerkannt. Vereine, Verbände, Kommunen und auch Privatleute können dort Projektideen einreichen. Als Beispiele nennt die LAG Skate- und Bikeparks, Museen und viele kulturelle, soziale und Umweltprojekte. Die Geschäftsstelle sitzt im Landratsamt. Die LAG empfiehlt, sich vor dem Einreichen beraten zu lassen. Projektaufrufe und Formulare stehen auf der Seite LEADER Region Landshut.

    Hilfe bei der Suche: Fördermittelmanagement der Stadt

    Den Überblick über Programme von EU, Bund und Land zu behalten, ist für ehrenamtliche Vorstände kaum zu schaffen. Das Fördermittelmanagement der Stadt Landshut hilft ausdrücklich auch Vereinen und Privatpersonen bei der Suche nach passenden Förderungen. Wer per Mail darum bittet, kommt in einen Fördermittel-Verteiler und erfährt so von neuen Programmen.

    Stiftungen in der Region

    Die Bürgerstiftung Landshut fördert Projekte in Stadt und Landkreis in drei Bereichen: Familie und Soziales, Kunst und Kultur sowie Natur und Umweltschutz. Ein förmliches Antragsverfahren nennt sie auf ihrer Website nicht. Sie versteht sich eher als Vermittlerin, die Projektpartner und Geldgeber zusammenbringt. Ein Anruf mit einer klaren Projektidee ist hier der richtige erste Schritt.

    Daneben verwaltet die Stadt Landshut mehrere kommunale Stiftungen. Die meisten verfolgen soziale Zwecke. Die Waisen- und Jugendstiftung etwa unterstützt benachteiligte Kinder und Jugendliche und kann auch kulturelle und soziale Begegnungen junger Menschen fördern. Für Jugendprojekte von Vereinen kann sich die Frage bei der Stadt lohnen.

    Auch überregionale Stiftungen fördern Vereinsarbeit, oft mit einem klaren Themenschwerpunkt. Eine Recherche in Stiftungsdatenbanken braucht Zeit, zahlt sich aber aus, wenn Projekt und Stiftungszweck wirklich zusammenpassen.

    Banken, Unternehmen, Crowdfunding

    Viele regionale Banken haben eigene Spenden- oder Förderprogramme für Vereine. Ein Blick auf die Angebote der Banken vor Ort lohnt sich, besonders bei der Hausbank des Vereins. Örtliche Unternehmen unterstützen oft Vereine, deren Mitglieder bei ihnen arbeiten. Der persönliche Kontakt zählt dabei meist mehr als ein schönes Anschreiben.

    Crowdfunding passt vor allem zu greifbaren Projekten mit festem Ziel, etwa einem neuen Vereinsbus oder einer Bühnentechnik. Damit es funktioniert, braucht es eine klare Summe, gute Fotos, eine ehrliche Geschichte und Leute, die den Aufruf im eigenen Umfeld teilen. Ohne aktive Mitglieder bleibt auch die beste Kampagne still.

    Drei Tipps aus der Praxis

    • Einen Fördermittel-Kalender führen, mit allen Stichtagen des Jahres.
    • Gemeinnützigkeitsbescheid, Satzung und Mitgliederzahlen griffbereit halten. Fast jeder Antrag fragt danach.
    • Nie mit einem Projekt anfangen, bevor die Förderzusage da ist. Viele Programme schließen schon begonnene Vorhaben aus.

    Wer neue Helferinnen und Helfer für die Vereinsarbeit sucht, findet Hinweise im Artikel Ehrenamt in Landshut. Einen Überblick über die Sportlandschaft gibt es unter Sportvereine in Landshut, weitere Themen in der Rubrik Vereine.

  • Ehrenamt in Landshut: Anlaufstellen und erste Schritte

    Die Martinskirche in Landshut
    Foto: H.Helmlechner, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

    Die Bereitschaft ist oft schon lange da, nur der Anfang fehlt: Man will etwas tun, aber was genau, wo und wie viel Zeit das kostet, bleibt unklar. In Stadt und Landkreis Landshut gibt es dafür eine feste Adresse, dazu ein paar Dinge, die man vorher wissen sollte. Ein Überblick.

    Die erste Adresse: die Freiwilligenagentur Landshut

    Wer noch keine konkrete Idee hat, ist bei der Freiwilligenagentur Landshut, kurz fala, richtig. Die Stadt Landshut beschreibt sie auf ihrer Ehrenamtsseite als unabhängige Anlaufstelle für bürgerschaftliches Engagement. Das Büro liegt in der Seligenthaler Straße 13, die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Sie läuft persönlich, am Telefon oder online, wie es besser passt.

    Nach eigenen Angaben berät die fala zu Einsatzmöglichkeiten in mehr als 150 Einsatzstellen in und um Landshut. Die Bereiche reichen weit: Soziales, Kultur, Ökologie, Sport. Auf der Website gibt es außerdem eine Engagement-Plattform, auf der man vorab stöbern kann, ohne sich gleich festzulegen. Die aktuellen Öffnungszeiten stehen ebenfalls dort.

    Im Vorstand sitzen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter von Diakonie, BRK und AWO. Seit 2021 ist die fala eines von 22 bayerischen „Zentren für lokales Freiwilligenmanagement“, gefördert vom Bayerischen Sozialministerium.

    Welche Bereiche es gibt

    Einige Beispiele aus den Projekten der fala und ihrer Partner:

    • Lern- und Leseförderung für Kinder
    • Integrationshilfe, zum Beispiel im „Café Deutsch“, wo Zugewanderte im Gespräch Deutsch üben
    • Unterstützung für Seniorinnen und Senioren
    • Umwelt und Natur, etwa bei gemeinsamen Aufräumaktionen an der Isar
    • Sport und Vereinsleben: Training, Jugendarbeit, Vorstandsarbeit, Hilfe bei Festen

    Für Integration lohnt auch ein Blick zum Haus International. Der Verein wurde 1977 von Landshuter Bürgerinnen und Bürgern gegründet und bietet Bildung, Begegnung und Beratung für Zugewanderte, Geflüchtete und Einheimische. Ehrenamtliche sind dort fester Teil der Arbeit.

    Und wer sich eher im Verein sieht: Viele Ehrenämter entstehen ganz klassisch beim Sport. Unser Überblick über Landshuter Sportvereine ist ein guter Ausgangspunkt.

    Wenig Zeit? Es gibt auch kurze Einsätze

    Nicht jeder kann sich jede Woche fest verpflichten. Für Berufstätige und Menschen mit vollem Kalender hat die fala deshalb „fala & friends“ eingerichtet. Wer dabei ist, wird bei kurzfristigen, kleinen Einsätzen angefragt und entscheidet jedes Mal neu, ob es passt. Ein guter Weg, um erst einmal hineinzuschnuppern.

    Die Bayerische Ehrenamtskarte

    Wer sich regelmäßig engagiert, kann die Bayerische Ehrenamtskarte beantragen. Stadt und Landkreis Landshut machen seit 2016 gemeinsam mit. Die Karte bringt Vergünstigungen bei Akzeptanzstellen in der Region und in ganz Bayern, etwa bei staatlichen Museen, Burgen und Schlössern.

    Laut Ehrenamtsportal des Freistaats gibt es zwei Varianten:

    • Die blaue Karte bekommt, wer mindestens 16 Jahre alt ist und sich seit mindestens zwei Jahren im Schnitt fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr engagiert. Auch Inhaber einer Jugendleiter-Card, Menschen im Freiwilligendienst und aktive Kräfte bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz können sie erhalten. Sie gilt drei Jahre.
    • Die goldene Karte ist für langjähriges Engagement von mindestens 25 Jahren gedacht und gilt unbefristet.

    Wer in der Stadt wohnt, findet den Antrag auf der Ehrenamtsseite von landshut.de. Für Landkreisbewohner ist das Landratsamt Landshut zuständig. Alternativ geht der Antrag über die kostenlose App „Ehrenamtskarte Bayern“.

    Versichert im Ehrenamt

    Eine Frage, die viele erst stellen, wenn etwas passiert ist: Bin ich eigentlich versichert? Meist läuft der Schutz über den Verein oder die Organisation. Für die Fälle, in denen es keine andere Versicherung gibt, etwa in losen Initiativen oder Nachbarschaftshilfen, springt die Bayerische Ehrenamtsversicherung ein. Sie greift nur nachrangig, umfasst Haftpflicht und Unfall und kostet die Engagierten nichts. Anmelden muss man sich dafür nicht.

    Weiterbildung: die Ehrenamtsakademie elan

    Für Ehrenamtliche aus Stadt und Landkreis gibt es mit elan eine eigene Ehrenamtsakademie. Getragen wird sie von der fala, dem Christlichen Bildungswerk und dem Evangelischen Bildungswerk. Im Programm stehen Seminare und Vorträge, etwa zu Integration, Seniorenarbeit oder Engagement mit Kindern und Jugendlichen. Dazu kommt eine Infothek mit Wissen zur Vereinsarbeit und zu rechtlichen Grundlagen. Gerade für Vorstände kleiner Vereine kann das viel Sucherei ersparen.

    So gelingt der Einstieg

    1. Vorher klären, was man geben will. Wie viele Stunden im Monat? Lieber fester Termin oder flexibel? Mit Menschen arbeiten, draußen sein oder eher organisieren?
    2. Einen Beratungstermin vereinbaren, bei der fala am besten vorab telefonisch oder per Mail. Wer schon einen bestimmten Verein im Blick hat, kann dort auch direkt anfragen.
    3. Bei der Einsatzstelle nachfragen: Wer ist meine Ansprechperson? Wer arbeitet mich ein? Gibt es eine Vertretung im Urlaub oder bei Krankheit? Wie bin ich versichert? Die fala hat dafür eine kleine Checkliste für Freiwillige.
    4. Erst einmal ausprobieren. Ein paar Wochen reichen meist, um zu merken, ob Aufgabe und Team passen. Wenn nicht, ist ein Wechsel kein Drama.

    Ehrenamt soll Freude machen und darf ruhig auch etwas für einen selbst bringen. Oft sind es die Leute, die man dabei kennenlernt. Mehr zu Vereinen in der Region steht in der Rubrik Vereine. Wer selbst einen Verein führt und Geld für ein Projekt sucht, findet einen Überblick unter Fördermittel für Vereine.