Autor: Redaktion

  • Burg Trausnitz besuchen: Geschichte, Rundgang, Hofgarten

    Burg Trausnitz oberhalb der Landshuter Altstadt
    Foto: H.Helmlechner, CC0, via Wikimedia Commons

    Egal, von wo man nach Landshut hineinfährt: Irgendwann sieht man oben auf dem Hügel die Burg Trausnitz. Burg und Stadt sind gleich alt, beide gehen auf das Jahr 1204 zurück. Wer in Landshut wohnt, war vermutlich schon mal oben. Ein zweiter Besuch schadet trotzdem nicht, innen steckt mehr, als man vom Tal aus ahnt.

    Kurz zur Geschichte

    Herzog Ludwig I., genannt der Kelheimer, gründete 1204 die Burg und zugleich die Stadt darunter. An der Stelle soll schon vorher ein hölzerner Wachturm gestanden haben. Nach 1255 wurde die Burg Hauptsitz des Herzogtums Niederbayern und blieb über lange Zeit Residenz der Wittelsbacher in dieser Linie.

    Im 15. Jahrhundert bauten die sogenannten reichen Herzöge die Befestigung deutlich aus. In diese Zeit fällt auch die Landshuter Hochzeit von 1475, an die das Festspiel bis heute alle vier Jahre erinnert. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zur Landshuter Hochzeit.

    Ein zweiter großer Umbruch kam rund hundert Jahre später. Zwischen 1575 und 1579 ließ der junge Wilhelm, später Herzog Wilhelm V., die Burg von Friedrich Sustris in Teilen zu einem Renaissance-Schloss nach italienischem Geschmack umgestalten. Dabei entstanden Arkadengänge und der sogenannte Italienische Anbau.

    1961 brannte es. Der Fürstenbau verlor einen großen Teil seiner Ausstattung und Wandmalereien. Zwei der wertvollsten Teile überstanden das Feuer aber: die Narrentreppe und die Burgkapelle.

    Was man bei der Besichtigung sieht

    Die Narrentreppe

    Wenn es ein Motiv gibt, für das Leute eigens nach Landshut fahren, dann dieses. Alessandro Paduano bemalte die Treppe im Italienischen Anbau um 1575 bis 1579 mit lebensgroßen Figuren aus der Commedia dell’Arte. Die Komödianten der italienischen Stegreifbühne begleiten einen dort seit über 400 Jahren Stufe für Stufe nach oben. Man merkt beim Hinaufgehen, dass hier jemand Spaß an der Arbeit hatte.

    Die Burgkapelle St. Georg

    Die Kapelle ist der älteste Höhepunkt des Rundgangs. Ihr Skulpturenschmuck stammt aus dem 13. Jahrhundert und gilt als wichtiges Zeugnis der Bildhauerei dieser Zeit in Bayern.

    Säle, Söller und Laubengang

    Der Rundgang beginnt in der Neuen Dürnitz und führt durch die Alte Dürnitz, den Laubengang und den Saal im Fürstenbau nach oben. Im zweiten Obergeschoss hängen Wirkteppiche, dazu kommt der St.-Georgs-Rittersaal und der hölzerne Söller. Vom Laubengang aus schaut man in den Burghof.

    Die Kunst- und Wunderkammer

    Im Damenstock zeigt das Bayerische Nationalmuseum als Zweigmuseum eine Kunst- und Wunderkammer mit rund 750 Objekten. Sie knüpft an die Sammlung von Herzog Albrecht V. an. Bergkristallpokale, Uhren, Globen und Astrolabien stehen neben Naturalien und Dingen aus fernen Ländern, die im 16. Jahrhundert als echte Sensation galten. Kunstkammern wie diese waren Vorläufer heutiger Museen. Die Wunderkammer kann man ohne Führung besuchen.

    Führung oder auf eigene Faust?

    Nach Angaben der Bayerischen Schlösserverwaltung sind die Burgräume an Werktagen nur mit Führung zu sehen, an Sonn- und Feiertagen ist ein Rundgang ohne Führung möglich. Daneben gibt es Themen- und Familienführungen. Weil sich solche Regelungen ändern können, gilt: aktuelle Zeiten und Preise vor dem Besuch auf burg-trausnitz.de prüfen.

    Anreise und Fußweg

    Zu Fuß aus der Altstadt

    Die schönste Variante ist der Aufstieg aus der Altstadt. Über die Fürstentreppe, eine lange Ziegeltreppe mit Querbalken, geht es bergauf. Das ist steil, oben gibt es dafür den Blick über die Dächer der Altstadt und ins Isartal. Wer Kinderwagen oder Rollator dabeihat, sollte lieber eine andere Anfahrt wählen. Die Schlösserverwaltung bietet dazu auf ihrer Website Informationen für Menschen mit Behinderung.

    Mit dem Auto

    Am Hofgarten gibt es einen Parkplatz mit rund 100 Plätzen. Von dort sind es etwa 800 Meter zu Fuß bis zur Burg.

    Mit dem Bus

    Vom Hauptbahnhof fahren Stadtbusse in die Altstadt. Von dort geht es mit einer weiteren Linie Richtung Kalcherstraße, danach bleibt noch rund ein Kilometer zu Fuß. In der Saison halten manche Busse auf Anforderung auch am Hofgartenparkplatz. Linien und Fahrpläne stehen bei den Stadtwerken Landshut, die Wegbeschreibung der Burg hier.

    Der Hofgarten gleich nebenan

    Nach der Burg nicht gleich wieder runter, das wäre schade. Direkt an die Burg grenzt der Hofgarten, eine der ältesten Parkanlagen in Bayern. Bis etwa 1745 hielten die Herzöge hier Tiere, später nutzte die Universität, die damals in Landshut saß, das Gelände für Versuche in Land- und Forstwirtschaft. 1836 kaufte die Stadt den Hofgarten und öffnete ihn ein Jahr darauf für alle.

    Heute ziehen sich mehr als acht Kilometer Wege durch das Gelände. Für einen Sonntagsspaziergang ist das in Landshut schwer zu schlagen. Wer lieber am Wasser unterwegs ist, findet im Beitrag über die Isarauen rund um Landshut Ideen.

    Einkehr

    Auf der Burg gibt es eine Gaststätte. Und wer nach dem Abstieg in die Altstadt Durst hat, wird ohnehin fündig. Ein paar Adressen mit Garten unter freiem Himmel stehen in unserem Überblick zu den Biergärten in Landshut.

  • Biergärten in Landshut und Umgebung: Tipps und Regeln

    Symbolbild: Biergarten unter Bäumen
    Symbolbild. Foto: qwesy qwesy, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

    Ein guter Biergarten braucht nicht viel: Schatten und ein frisch gezapftes Helles. Rund um Landshut gibt es mehr davon, als man in einem Sommer schafft. Die Stadt Landshut hat im Juni 2026 eine lange Liste mit Biergärten aus Stadt und Landkreis veröffentlicht. Wir haben daraus eine Auswahl getroffen und bei jedem Betrieb nachgesehen, ob er aktuell noch geöffnet hat. Gastronomie ändert sich schnell. Vor dem Losfahren lohnt deshalb ein Blick auf die Website des Wirts, auch wegen der Öffnungszeiten, die wir hier bewusst nicht aufführen.

    Biergärten mitten in der Stadt

    Direkt im Zentrum liegt der Augustiner an der Sankt Martinskirche. Man sitzt im Schatten der Basilika, und die Wirtsleute empfehlen selbst, zu Fuß oder mit dem Rad zu kommen. Eine alte Regel gilt hier noch: Würstl bestellt man traditionell nur bis zwölf Uhr.

    Am Isargestade, also am Flussufer, liegt der Biergarten Augustiner Zur Schleuse. Laut der Stadt bleibt es dort auch im Hochsommer angenehm kühl. Bei Fußballübertragungen und Live-Musik wird es entsprechend voll.

    Der Gasthof Hofreiter in der Neustadt ist ein Sonderfall, und zwar ein schöner. Das Haus ist ein Adelspalais aus dem 17. Jahrhundert und wird seit 1896 als Gasthof geführt. Ausgeschenkt wird Irseer Klosterbräu, das es in Landshut nur hier gibt. Der Biergarten ist zweigeteilt: Vorne wird bedient, hinten darf man die eigene Brotzeit mitbringen. Mehr dazu weiter unten.

    Am Stadtpark liegt der Jägerwirt mit eigenem Biergarten. Bekannt ist das Haus für seinen Schweinebraten.

    An der Isar und am Stadtrand

    Den Biergarten Ellermühle im Westen der Stadt gibt es seit über 40 Jahren. Unter alten Kastanien stehen rund 250 Plätze direkt am Wasser, und der Isarradweg führt vorbei. Für Kinder gibt es einen großen Spielplatz und ein Tiergehege. Bedient wird nicht, man holt sich alles selbst. Wie es nach der Sommersaison weitergeht, steht jeweils aktuell auf der Website der Ellermühle.

    Im Süden, im Stadtteil Schönbrunn, hat die Tafernwirtschaft Schönbrunn einen Biergarten mit großem Kinderspielplatz und Parkplätzen vor dem Haus. Sonntags kommt Spanferkel auf den Tisch.

    Im Landkreis: Ausflugsziele mit Biergarten

    Ein paar Kilometer weiter wird es ländlicher. Wer ein Ziel für den Sonntagsausflug sucht, findet hier eine Auswahl:

    • Im Gasthof Ulrich Meyer in Piflas (Ergolding) gibt es Steckerlfisch vom Holzgrill. Kinder haben ein Karussell und eine Spielwiese, der Isarradweg ist nicht weit.
    • Der Kastanienhof in Pfettrach (Altdorf) kocht bayerisch und peruanisch. Eine ungewöhnliche Mischung, aber eine, die man probieren sollte. Im Dorfladen nebenan gibt es hausgemachtes Eis.
    • Der Huberwirt in Gstaudach (Altdorf) liegt am Rand des Klosterholzes. Das Brot kommt aus dem eigenen Holzofen, Pressack und Geräuchertes macht die Familie selbst.
    • Das Gasthaus Rahbauer in Weihbüchl (Kumhausen) braut in einer kleinen Hausbrauerei sein eigenes Bier. Im Sommer gibt es dort Open-Air-Abende des Landshuter Kultursommers.
    • Das Gasthaus Berndorf (Kumhausen) liegt nahe am Landshuter Höhenwanderweg, ein gutes Ziel für eine Wanderung. Das Ochsenfleisch stammt von eigenen Limousin-Rindern.
    • Im Biergarten des Klosterbräustüberls Furth trinkt man die Bio-Biere der Klosterbrauerei vor Ort.
    • Beim Hohenthanner Brauereigasthof haben bis zu 200 Gäste im Biergarten Platz. Die Schlossbrauerei bietet Führungen an.

    Die vollständige Liste mit über 30 Adressen steht im Biergarten-Überblick der Stadt Landshut. Wer die Tour mit dem Rad verbinden will, findet passende Strecken in unserem Beitrag zu Radtouren an Isar und Vils.

    Die Brotzeit selbst mitbringen: was gilt?

    In Bayern darf man im Biergarten sein eigenes Essen auspacken. Festgehalten ist das in der Bayerischen Biergartenverordnung von 1999. In ihrer Präambel heißt es sinngemäß, dass zum traditionellen Biergarten die Möglichkeit gehört, mitgebrachte Speisen kostenlos zu verzehren. Der Wirt muss es also dulden, wenn Gäste einfach zubereitetes Essen auf den Tisch stellen.

    Ein paar Dinge sollte man trotzdem wissen:

    • Nicht jede Terrasse ist ein Biergarten. Viele Lokale haben einen Wirtsgarten, in dem nur bedient wird. Wer unsicher ist, fragt einfach. Beim Hofreiter sieht man den Unterschied sehr deutlich: Mitgebrachtes ist dort nur im hinteren Teil vorgesehen.
    • Die Getränke kauft man beim Wirt. Die Maß aus dem Supermarkt bleibt daheim.
    • Gemeint ist eine Brotzeit, also etwas Einfaches wie Obatzda, Radi oder Wurstsemmeln. Das warme Drei-Gänge-Menü aus der Thermobox geht am Gedanken vorbei.

    Warum um halb elf Schluss ist

    Die Biergartenverordnung regelt vor allem den Lärm, wenn Wohnhäuser in der Nähe sind. Musik muss dann spätestens um 22 Uhr enden, Getränke und Speisen werden bis 22.30 Uhr ausgegeben. Ab 23 Uhr gilt Nachtruhe, bis dahin sollen auch die Autos vom Parkplatz verschwunden sein. Behörden können im Einzelfall andere Zeiten festlegen. Wer den Wortlaut nachlesen möchte, findet die Biergartenverordnung bei Bayern.Recht.

    Ein Tipp für Familien: Biergärten mit Spielplatz sind an warmen Wochenenden schnell voll. Wer schon am Vormittag da ist, hat bessere Chancen auf einen Tisch im Schatten. Weitere Ideen für Tage mit Kindern stehen in unserem Beitrag über Ausflüge mit Kindern rund um Landshut. Alle Beiträge zum Thema Genuss sammeln wir in der Rubrik Essen & Trinken.

  • Ausflugsziele im Landkreis Landshut: 9 Tipps

    Große Vils mit Rathaus und Vilsbrücke in Vilsbiburg
    Foto: Rufus46, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

    Der Landkreis Landshut legt sich rund um die Stadt: 35 Gemeinden, die Isar teilt ihn in eine Nord- und eine Südhälfte. Im Norden fließt die Große Laber, im Süden die Vils. Touristenmassen sucht man hier meist vergeblich, und das ist gar nicht schlecht. Wir haben neun Ziele ausgesucht, die für einen halben oder ganzen Tag taugen. Manche kennt im Landkreis jeder, andere eher nicht.

    1. Echinger Stausee und Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen

    Zwischen Moosburg und Landshut ist die Isar mehrfach aufgestaut. Der Echinger Stausee entstand 1929 und hat eine Wasserfläche von etwa 112 Hektar. Seit 1982 steht das Gebiet unter Naturschutz, als Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen. Sie umfasst rund 570 Hektar in den Gemeinden Eching und Bruckberg sowie in Wang, das schon zum Landkreis Freising gehört. Für Wasservögel gehört das Gebiet zu den wertvollsten in Bayern. Zugvögel rasten und überwintern hier, andere brüten. Ein Fernglas gehört also ins Gepäck, und auf den Wegen bleiben versteht sich im Schutzgebiet von selbst.

    Am Isarufer bei Eching steht Schloss Kronwinkl mit einem Bergfried aus dem 12. oder 13. Jahrhundert. Es ist in Privatbesitz und nur von außen zu sehen, passt aber gut in eine Runde um den See.

    2. Trachtenkulturmuseum in Holzhausen

    In Holzhausen, einem Ortsteil von Geisenhausen, hat der Bayerische Trachtenverband im ehemaligen Pfarrhof sein Trachtenkulturzentrum eingerichtet. Dazu gehört ein Museum, das zeigt, wie sich die Trachtenbewegung in Bayern seit dem 19. Jahrhundert entwickelt hat: Volks- und Gebirgstrachten, Fahnen, Fahnenbänder, Schriftstücke. Rund 11.000 Objekte sind in der Sammlung erfasst. Nach dem Rundgang wartet ein Café.

    3. Vilsbiburg

    Die Stadt an der Vils hat eine Altstadt aus dem 13. Jahrhundert, die als Ensemble unter Denkmalschutz steht. Gleich beim Stadtplatz steht die spätgotische Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, deren 75 Meter hoher Turm mit Zwiebelhaube schon von Weitem zu sehen ist. Südlich der Stadt liegt auf einer Anhöhe die Wallfahrtskirche Maria Hilf, die aus einer Kapelle von 1686 hervorging.

    Das Heimatmuseum Vilsbiburg mit dem Kröninger Hafnermuseum widmet sich der Töpfertradition aus dem nahen Kröning. Es wird gerade saniert und ist vorübergehend geschlossen. Aktuelles dazu auf museum-vilsbiburg.de. Im Oktober findet der Dionysimarkt statt, ein Pferdemarkt mit mehr als 500 Jahren Geschichte.

    4. Velden an der Vils

    In Velden fällt sofort die Kunst im Ortsbild auf. Der Bildhauer Georg Brenninger stammte von hier, und am Marktplatz stehen rund 20 Bronzeskulpturen von ihm. Man kann sie auf einem Spaziergang abgehen und kommt dabei an der Pfarrkirche St. Peter vorbei, deren 64 Meter hoher Turm im Tal weithin zu sehen ist. In der ehemaligen Güterhalle am alten Bahnhof finden Ausstellungen statt.

    5. Rottenburg an der Laaber

    Im Norden des Landkreises liegt Rottenburg an der Großen Laber. Hopfen hat hier Tradition: Schon 1872 bekam die Stadt ein eigenes Hopfensiegel, das die heimische Ernte vor Fälschungen schützen sollte. Im Spätsommer, wenn die Gärten hoch stehen, ist die Gegend besonders schön. In der Stadt gibt es mit dem Binder-Pehr-Haus ein Heimatmuseum. Wer Glück mit dem Termin hat, erlebt den Schäfflertanz, der alle sieben Jahre aufgeführt wird.

    6. Schulmuseum Ahrain

    In Ahrain, einem Ortsteil von Essenbach, ist in leer stehenden Klassenzimmern der Grundschule ein Schulmuseum entstanden. Es wurde 2012 eröffnet, ein Förderverein betreibt es. Zu sehen ist ein nachgebautes historisches Klassenzimmer mit Schulbüchern, Wandkarten und Lehrmitteln aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Bei Programmen für Gruppen schreibt man mit Griffel auf Schiefertafeln oder versucht sich an Sütterlin. Schulklassen haben ihren Spaß daran, Großeltern mit Enkeln oft noch mehr.

    7. Automobil- und Motorradmuseum in Adlkofen

    Wer bei altem Blech schwach wird, sollte sich Adlkofen merken. Das 1. Niederbayerische Automobil- und Motorradmuseum ist ein Privatmuseum, gegründet 1980. Gezeigt werden Autos und Motorräder aus Deutschland und vielen anderen Ländern, darunter etliche Sport- und Rennwagen. Geöffnet ist nur an wenigen Tagen im Jahr, deshalb vorher anrufen oder nach Terminen suchen.

    8. Isarradweg

    Der Isarradweg ist rund 290 Kilometer lang und führt von Scharnitz in Tirol bis zur Mündung in die Donau bei Deggendorf. Zwischen Moosburg und Dingolfing führt er durch den Landkreis, an den Stauseen vorbei und mitten durch Landshut. Der Belag wechselt zwischen Asphalt und Schotter. Für einen Tagesausflug reicht ein Teilstück völlig. Weitere Routen stehen im Beitrag zu Radtouren an Isar und Vils.

    9. Sehenswerte Ortskerne

    Manchmal reicht es, einfach durch die alten Ortskerne zu fahren. Neben Vilsbiburg und Velden stehen auch in Geisenhausen, Gerzen und Pfeffenhausen historische Ensembles unter Denkmalschutz. Wer sich für Töpferei interessiert, schaut in Bödldorf vorbei, einem Ort mit Hafnertradition.

    Gut zu wissen

    • Viele kleinere Museen im Landkreis werden von Vereinen betrieben und haben nur an bestimmten Tagen geöffnet. Vor dem Besuch kurz nachsehen.
    • Der Landkreis sammelt Freizeitangebote, Touren und Broschüren auf seiner Seite Freizeit und Tourismus.
    • Viele Ziele liegen abseits der Bahn. Mit Rad oder Auto kommt man leichter hin.

    Wer mit Kindern unterwegs ist, findet weitere Ideen in unserem Beitrag Ausflüge mit Kindern rund um Landshut. Und die Burg Trausnitz in der Stadt selbst ist ohnehin immer einen Abstecher wert: So klappt der Besuch.

  • Ausflüge mit Kindern in und um Landshut

    Westlicher Eingang zum Hofgarten in Landshut
    Foto: Rosa-Maria Rinkl, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

    Wer mit Kindern einen freien Nachmittag in Landshut füllen will, muss nicht weit fahren. Ein Teil der besten Ziele liegt mitten in der Stadt, und einiges davon kostet keinen Eintritt. Für den Rest reicht meist eine kurze Fahrt in den Landkreis. Hier eine Auswahl, die wir für Familien mit kleinen und größeren Kindern zusammengestellt haben. Wichtig vorab: Öffnungszeiten und Preise ändern sich, deshalb verweisen wir dafür auf die Seiten der Betreiber.

    Hofgarten: Damhirsche, Nandus und ein großer Spielplatz

    Der Hof- und Herzoggarten oberhalb der Altstadt ist das naheliegendste Ziel. Das Gelände ist nach Angaben der Stadt rund 33 Hektar groß, ein Wegenetz von acht Kilometern zieht sich hindurch, und der Besuch ist kostenlos. Unten an den Hängen wächst dichter Buchenmischwald, oben wird es parkartig und flacher. Mit dem Kinderwagen ist der obere Teil deutlich angenehmer.

    Die Kinder zieht es meist sofort zum Tiergehege. Dort leben etwa 100 Tiere, darunter Damhirsche, Nandus, Zwergziegen, Pfaue, Hasen und Meerschweinchen. An zwei Teichen schwimmen Enten, in Volieren nahe dem Spielplatz sitzen Fasane und Tauben. Füttern ist erlaubt, aber mit Regeln: Ziegen und Damhirsche bekommen kein Brot, und die Nandus dürfen nicht aus der Hand gefüttert werden, weil sie kräftig zubeißen. Am besten liest man die Schilder vor Ort gemeinsam mit den Kindern. Das ist auch gleich eine kleine Lektion in Tierhaltung.

    Gleich beim Eingang vom Parkplatz an der Edmund-Jörg-Straße liegt ein großer Spielplatz mit Kletterturm, zwei Rutschen und einer Kletterpyramide. Am Parkplatz gibt es eine öffentliche Toilette, auch barrierefrei. Wer danach noch Kraft hat, geht weiter Richtung Burg Trausnitz. Alle Infos zu Toren und Öffnungszeiten stehen auf der Seite der Stadt Landshut zum Hofgarten.

    Spielplätze und Parks in der Stadt

    Neben vielen kleinen Plätzen in den Wohnvierteln nennt die Stadt drei größere Anlagen, die sich für einen längeren Familienausflug eignen: die Spielplätze im Hofgarten, in Mitterwöhr und im Bayerwaldpark. Einige städtische Spielplätze haben Wasserspielbereiche, Babyschaukeln oder Bodentrampoline. Auf der städtischen Spielplatzseite lässt sich über eine Karte gezielt nach solchen Ausstattungen filtern. Das ist praktisch, wenn ein Kleinkind dabei ist oder die Großen Tischtennis spielen wollen.

    Ein Tipp für den Weg dazwischen: Der Albin-Lang-Park zwischen Kleiner Isar und Stadtbad ist die flächenmäßig größte Parkanlage der Stadt und hat zwei Spielplätze sowie viel Wiese zum Toben. Der Bayerwaldpark im Norden, 1994 angelegt, kombiniert Spielplatz und Bolzplatz. Und im Park zwischen den beiden Isararmen im Zentrum sitzt man am Spielplatz mit Blick auf Burg Trausnitz und die Martinskirche.

    Baden: Stadtbad, Freibad und Badesee

    Das Stadtbad der Stadtwerke Landshut hat einen Hallen- und einen Freibadteil. Im Hallenbad gibt es ein Lehrschwimmbecken und eine Rutsche für Kleinkinder. Im Sommer lockt das Freibad: Kinderbecken mit Wasserpilz und kleinen Rutschen, ein eigener Planschbereich mit Sonnenschutz, eine 80 Meter lange Großrutsche und ein Zehn-Meter-Turm für die Mutigen. Auf der Wiese gibt es einen Abenteuerspielplatz mit Trampolin, Barfußpfad und Nestschaukel sowie eine Matschzone mit Handpumpe. Die Stadtwerke weisen ausdrücklich darauf hin, dass Eltern für die Aufsicht ihrer Kinder verantwortlich sind, auch wenn Bademeister da sind.

    Natürlicher geht es im Naherholungsgebiet Gretlmühle zu. Der Badesee liegt in einem knapp 20 Hektar großen Gelände mit Auwald, der Eintritt ist frei, und es gibt eine große Spiel- und Liegewiese. Mit dem Rad kommt man gut über den Isarradweg hin. Zwei Regeln sollten Familien kennen: Hunde und andere Tiere dürfen nicht mit, und Glasflaschen sind verboten. Gebadet wird dort nur in der Sommersaison. Mehr zur Gretlmühle und zur Natur an der Isar steht in unserem Beitrag über die Isarauen rund um Landshut.

    Sterne schauen in Stollnried

    Für Kinder, die abends lieber nach oben schauen: Im Landkreis betreiben die Sternenfreunde Furth e.V. eine Volkssternwarte. Sie steht auf einer Anhöhe bei Stollnried in der Gemeinde Weihmichl, wo der Himmel deutlich dunkler ist als in der Stadt. Laut Landkreis gab es dort im Mai 2022 das erste Licht. Der Verein bietet öffentliche Beobachtungsabende an, für die man sich vorher anmelden muss, damit es an den Teleskopen keine langen Schlangen gibt. Die Abende sind oft ausgebucht. Es lohnt sich also, früh auf die Seite der Sternenfreunde Furth zu schauen. Gruppen, etwa Schulklassen, melden sich per E-Mail beim Verein. Und weil es nachts auf freiem Feld schnell kühl wird: lieber eine Jacke zu viel einpacken.

    Tierparks in der weiteren Umgebung

    Einen klassischen Zoo hat Landshut nicht. Der nächste größere ist der Tiergarten Straubing, den die Stadt Straubing betreibt. Dort gibt es neben Tigern und Löwen auch heimische Tiere wie Fischotter und Störche, ein Donauaquarium, ein Streichelgehege und Spielplätze. Ein nachgebautes Steinzeithaus zeigt, wie Menschen früher gelebt haben.

    Wer lieber heimisches Wild sehen will, fährt Richtung München zum Wildpark Poing. Dort gibt es eine Greifvogelschau, einen Abenteuerspielplatz und einen Wasserspielplatz. Für Letzteren empfiehlt der Park ausdrücklich Wechselkleidung. Für beide Ziele sollte man einen ganzen Tag einplanen.

    Wenn es regnet

    Bei schlechtem Wetter bleiben Hallenbad und Museen. Welche Landshuter Häuser sich für Kinder eignen, haben wir in unserem Überblick zu den Museen in Landshut zusammengetragen. Weitere Ideen für Familien sammeln wir laufend in der Rubrik Familie und Bildung.

    Kennen Sie einen Ort in Stadt oder Landkreis, der hier fehlt? Schreiben Sie uns. Die besten Tipps kommen oft von Eltern, die schon einmal dort waren.