Rudern, Kanu und SUP auf der Isar in Landshut

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Die Isar mit dem Ludwigswehr in Landshut
Foto: Burkhard Mücke, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Von der Brücke aus sieht die Isar in Landshut oft gemütlich aus. Wer sie vom Wasser aus kennt, weiß, dass sie das nicht immer ist. Strömung, Wehre und schnell steigende Pegel gehören dazu. Trotzdem, oder gerade deshalb, ist der Fluss mitten in der Stadt ein schönes Revier für Ruderer, Kanuten und Stand-up-Paddler. Wer anfangen will, ist in einem Verein am besten aufgehoben.

Rudern: der Landshuter Ruderverein von 1952

Der Landshuter Ruderverein von 1952 e. V. hat eine hübsche Gründungsgeschichte. Anlass war der Wunsch nach einer Ruderregatta auf der Isar, die zur Landshuter Dult auf Höhe der Grieserwiese stattfinden sollte. Geholfen haben die Rudervereine aus Regensburg und Straubing, die dem neuen Verein je einen Gig-Vierer schenkten. Das erste Bootshaus stand an der Achdorfer Eisenbahnbrücke. Seit 1955 ist der Verein auf der Insel Mitterwöhr zu Hause, das heutige Vereinsheim mit Bootshalle wurde 1987 eröffnet.

Laut Verein liegt das Bootshaus an der Großen Isar, etwa 300 Meter flussaufwärts vom Isarspitz. Das Revier hat zwei Gesichter. Auf der Großen Isar strömt das Wasser teils kräftig, danach folgt der ruhige Stausee der Stufe Altheim mit rund drei Kilometern Länge. Vom Isarspitz aus kann man außerdem ein Stück die Kleine Isar hinauf rudern.

Der Verein betreibt Breitensport und Leistungssport, von den Kindern und Jugendlichen bis zu den Masters. Wer erst einmal testen will, ob Rudern passt, kann im Frühjahr einen Anfängerkurs besuchen. Dort sitzt man zuerst am Ergometer, lernt die Bewegung und wagt dann eine erste Ausfahrt. Eine Anmeldung ist nötig. Termine und Kosten stehen auf der Website des Rudervereins.

Spannend ist ein Blick in die Ruderordnung des Vereins, weil sie zeigt, wie ernst Sicherheit auf der Isar genommen wird. Wer mitrudern will, muss ausreichend schwimmen können. Bei Hochwasser, viel Treibholz oder Frost bleibt das Boot an Land. Gerudert wird nur bei Tageslicht. Wenn bei Nebel die Ufer kaum zu sehen sind, ist der Stausee tabu. Und wer kentert, bleibt am Boot und schwimmt mit ihm ans Ufer.

Kanu und Kajak: die Kanuabteilung des ETSV 09

Für Paddler ist die Kanuabteilung des ETSV 09 Landshut die erste Adresse. Im Mittelpunkt steht das Kanuwandern, mit Tagesfahrten auf Isar, Donau, Regen, Naab oder Salzach und mehrtägigen Touren. Trainiert wird auf der Isar in Landshut, auf einer beleuchteten Strecke, die auch im Winterhalbjahr Übung möglich macht. Wer weiter will, findet Wildwasserkurse in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Kanu-Verband.

Für den Einstieg hat die Abteilung Leihboote, das Anfängertraining wird individuell abgestimmt. Stand-up-Paddling bietet der ETSV nicht als eigenes Training an. SUP-Fahrer sind am Bootshaus aber ausdrücklich willkommen. Für alle, die das Board bisher nur vom Badesee kennen, ist das eine gute Gelegenheit: Hier lernt man von Leuten, die den Fluss seit Jahren befahren.

Paddler finden in der Vereinsliste der Stadt Landshut noch eine zweite Adresse, den Faltbootklub Landshut e. V.

Was rechtlich gilt

In Bayern darf grundsätzlich jeder Gewässer mit kleinen Booten ohne Motor befahren. Das Bayerische Wassergesetz nennt das Gemeingebrauch. Darunter fallen in der Regel Kanu, Kajak, Ruderboot und SUP. Es gibt aber Bedingungen: Das Gewässer darf nicht erheblich beeinträchtigt werden, und fremde Grundstücke darf man nicht unerlaubt betreten. Das betrifft vor allem Ein- und Ausstiegsstellen.

Die Landratsämter und kreisfreien Städte können den Gemeingebrauch regeln, einschränken oder verbieten, etwa zum Schutz der Natur oder aus Sicherheitsgründen. Andere Landkreise an der Isar haben dafür eigene Bootfahr-Verordnungen erlassen. Vor einer Tour lohnt deshalb die Frage, ob für den geplanten Abschnitt etwas gilt. Ansprechpartner sind die Stadt Landshut oder das Landratsamt.

Besondere Rücksicht verlangen Schutzgebiete. Der Stausee bei Altheim ist nach Angaben des Rudervereins Vogelschutzgebiet. Wer dort unterwegs ist, hält Abstand zu Ufern, Inseln und rastenden Vögeln.

Die Wehre: nicht unterschätzen

In Landshut gibt es mit dem Maxwehr und dem Ludwigswehr zwei Wehre, an denen das Wasser gefährlich wird. Die Stadt verbietet das Baden in ihrem Einflussbereich und warnt ausdrücklich vor Lebensgefahr. Unterhalb eines Wehrs bildet sich oft eine Rückströmung, die Menschen und Boote festhält. Für Paddler heißt das: Wehre nie befahren, früh genug anlanden und das Boot umtragen. Wer die Stellen nicht kennt, fährt die Strecke beim ersten Mal mit jemandem, der sie kennt.

Sicherheit auf dem Wasser

  • Vor jeder Fahrt den Pegel prüfen. Der Hochwassernachrichtendienst Bayern zeigt den aktuellen Isarpegel in Landshut-Birket. Bei Hochwasser und viel Treibgut bleibt man an Land.
  • Eine Schwimmweste gehört dazu, auch auf dem SUP und auch bei Sonnenschein.
  • Auf fließendem Wasser kann sich eine Knöchelleine an Ästen oder Brückenpfeilern verfangen. Besser ist eine Leine mit Schnellauslöser an der Hüfte.
  • Unbekannte Abschnitte fährt man besser nicht allein.
  • Im Frühjahr ist die Isar kalt. Wer dann ins Wasser fällt, verliert schnell Kraft.
  • Nach Starkregen können laut Stadt Krankheitserreger in den Fluss gelangen. Wer dann kentert und Wasser schluckt, riskiert mehr als nasse Kleidung.

Seit 2019 ist das Baden in der Isar im Stadtgebiet wieder erlaubt. Ein offizielles Badegewässer ist der Fluss deshalb aber nicht. Strömung, Untiefen und Treibgut bleiben, betont die Stadt auf ihrer Seite zu Badegewässern.

Wie man anfängt

Am einfachsten über einen Verein: ein Anfängerkurs beim Ruderverein oder ein Probetraining bei den Kanuten. Dort gibt es Boote und Leute, die wissen, wo es auf der Isar knifflig wird. Wer danach lieber an Land bleibt, findet in unserem Artikel über die Isarauen Ideen für Spaziergänge am Wasser. Weitere Vereine stehen im Überblick über Landshuter Sportvereine, mehr Sportthemen in der Rubrik Sport.