Kategorie: Vereine & Engagement

Vereine, Ehrenamt und Initiativen in Stadt und Landkreis Landshut: wer sich wo engagiert, wie man mitmacht und welche Förderung es für Vereine gibt.

  • Fördermittel für Vereine in der Region Landshut

    Das Ländtor in Landshut
    Foto: Rufus46, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

    Neue Trikots, ein undichtes Vereinsheim, ein Ferienprogramm für Kinder: In fast jedem Verein gibt es mehr Ideen als Geld. Dabei liegt in der Region Landshut einiges an Fördergeld bereit. Man muss nur wissen, wo, und die Fristen ernst nehmen. Hier die wichtigsten Quellen im Überblick. Konkrete Beträge und Stichtage nennen wir bewusst nicht, weil sie sich regelmäßig ändern. Die aktuellen Angaben stehen jeweils bei den verlinkten Stellen.

    Sportvereine: die Vereinspauschale des Freistaats

    Die wichtigste regelmäßige Förderung für Sport- und Schützenvereine ist die Vereinspauschale. Sie kommt vom Freistaat Bayern und beruht auf den staatlichen Sportförderrichtlinien. Seit 2023 wird der Sportbetrieb der Vereine pauschal gefördert. In die Berechnung fließen unter anderem die Mitglieder und gültige Trainer- und Übungsleiterlizenzen ein. Voraussetzungen sind zum Beispiel Gemeinnützigkeit, aktive Jugendarbeit und die Mitgliedschaft in einer anerkannten Dachorganisation, etwa dem BLSV.

    Zuständig ist je nach Sitz des Vereins eine andere Stelle:

    • Für Vereine in der Stadt Landshut ist es die Stabsstelle Sport. Der Antrag läuft online, für die Registrierung schickt die Stabsstelle einen Code. Alles Nötige steht auf der Seite zur Sportförderung der Stadt Landshut.
    • Für Vereine im Landkreis ist das Landratsamt Landshut zuständig. Dort gibt es einen Online-Antrag mit BayernID oder alternativ einen PDF-Antrag.

    Eines sollte jeder Vorstand wissen: Der Stichtag ist eine gesetzliche Ausschlussfrist. Wer ihn verpasst oder unvollständige Unterlagen einreicht, geht für das Jahr leer aus. Ausnahmen für Härtefälle gibt es nicht. Es lohnt sich, den Termin gleich zu Jahresbeginn im Vereinskalender einzutragen.

    Zusätzlich in der Stadt: Jugend- und Übungsleiterförderung

    Die Stadt Landshut legt für ihre Sport- und Schützenvereine noch eine eigene Jugend- und Übungsleiterförderung obendrauf. Einen eigenen Antrag braucht es dafür nicht, der Antrag zur Vereinspauschale zählt gleich mit. Die Bedingungen sind ähnlich wie beim Freistaat. Hinzu kommen unter anderem ein Mindestanteil an Kindern und Jugendlichen, ein Vereinsalter von mindestens einem Jahr und eine Mindestzahl an Mitgliedern mit Hauptwohnsitz in Landshut. Die Details stehen in den städtischen Sportförderrichtlinien, die ebenfalls auf der Sportförderseite verlinkt sind.

    Bauen und sanieren: Sportstättenförderung über den BLSV

    Wenn das eigene Vereinsheim, der Platz oder die Halle gebaut, erweitert oder modernisiert werden soll, ist der Bayerische Landes-Sportverband der Ansprechpartner. Der BLSV vergibt im Auftrag des Freistaats Zuschüsse für vereinseigene Sportstätten. Antragsberechtigt sind Vereine, die Mitglied im BLSV sind. Es gibt einen einfacheren Kleinantrag und einen Regelantrag für größere Vorhaben. Eingereicht wird online über die BLSV-Plattform verein360. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Daher gilt: früh fragen, bevor der erste Auftrag vergeben ist.

    Für Vereine aller Art: LEADER im Landkreis

    Nicht nur für Sportvereine interessant ist das EU-Programm LEADER. Im Landkreis Landshut ist die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Landkreis Landshut e. V. für die Förderperiode 2023 bis 2027 anerkannt. Vereine, Verbände, Kommunen und auch Privatleute können dort Projektideen einreichen. Als Beispiele nennt die LAG Skate- und Bikeparks, Museen und viele kulturelle, soziale und Umweltprojekte. Die Geschäftsstelle sitzt im Landratsamt. Die LAG empfiehlt, sich vor dem Einreichen beraten zu lassen. Projektaufrufe und Formulare stehen auf der Seite LEADER Region Landshut.

    Hilfe bei der Suche: Fördermittelmanagement der Stadt

    Den Überblick über Programme von EU, Bund und Land zu behalten, ist für ehrenamtliche Vorstände kaum zu schaffen. Das Fördermittelmanagement der Stadt Landshut hilft ausdrücklich auch Vereinen und Privatpersonen bei der Suche nach passenden Förderungen. Wer per Mail darum bittet, kommt in einen Fördermittel-Verteiler und erfährt so von neuen Programmen.

    Stiftungen in der Region

    Die Bürgerstiftung Landshut fördert Projekte in Stadt und Landkreis in drei Bereichen: Familie und Soziales, Kunst und Kultur sowie Natur und Umweltschutz. Ein förmliches Antragsverfahren nennt sie auf ihrer Website nicht. Sie versteht sich eher als Vermittlerin, die Projektpartner und Geldgeber zusammenbringt. Ein Anruf mit einer klaren Projektidee ist hier der richtige erste Schritt.

    Daneben verwaltet die Stadt Landshut mehrere kommunale Stiftungen. Die meisten verfolgen soziale Zwecke. Die Waisen- und Jugendstiftung etwa unterstützt benachteiligte Kinder und Jugendliche und kann auch kulturelle und soziale Begegnungen junger Menschen fördern. Für Jugendprojekte von Vereinen kann sich die Frage bei der Stadt lohnen.

    Auch überregionale Stiftungen fördern Vereinsarbeit, oft mit einem klaren Themenschwerpunkt. Eine Recherche in Stiftungsdatenbanken braucht Zeit, zahlt sich aber aus, wenn Projekt und Stiftungszweck wirklich zusammenpassen.

    Banken, Unternehmen, Crowdfunding

    Viele regionale Banken haben eigene Spenden- oder Förderprogramme für Vereine. Ein Blick auf die Angebote der Banken vor Ort lohnt sich, besonders bei der Hausbank des Vereins. Örtliche Unternehmen unterstützen oft Vereine, deren Mitglieder bei ihnen arbeiten. Der persönliche Kontakt zählt dabei meist mehr als ein schönes Anschreiben.

    Crowdfunding passt vor allem zu greifbaren Projekten mit festem Ziel, etwa einem neuen Vereinsbus oder einer Bühnentechnik. Damit es funktioniert, braucht es eine klare Summe, gute Fotos, eine ehrliche Geschichte und Leute, die den Aufruf im eigenen Umfeld teilen. Ohne aktive Mitglieder bleibt auch die beste Kampagne still.

    Drei Tipps aus der Praxis

    • Einen Fördermittel-Kalender führen, mit allen Stichtagen des Jahres.
    • Gemeinnützigkeitsbescheid, Satzung und Mitgliederzahlen griffbereit halten. Fast jeder Antrag fragt danach.
    • Nie mit einem Projekt anfangen, bevor die Förderzusage da ist. Viele Programme schließen schon begonnene Vorhaben aus.

    Wer neue Helferinnen und Helfer für die Vereinsarbeit sucht, findet Hinweise im Artikel Ehrenamt in Landshut. Einen Überblick über die Sportlandschaft gibt es unter Sportvereine in Landshut, weitere Themen in der Rubrik Vereine.

  • Ehrenamt in Landshut: Anlaufstellen und erste Schritte

    Die Martinskirche in Landshut
    Foto: H.Helmlechner, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

    Die Bereitschaft ist oft schon lange da, nur der Anfang fehlt: Man will etwas tun, aber was genau, wo und wie viel Zeit das kostet, bleibt unklar. In Stadt und Landkreis Landshut gibt es dafür eine feste Adresse, dazu ein paar Dinge, die man vorher wissen sollte. Ein Überblick.

    Die erste Adresse: die Freiwilligenagentur Landshut

    Wer noch keine konkrete Idee hat, ist bei der Freiwilligenagentur Landshut, kurz fala, richtig. Die Stadt Landshut beschreibt sie auf ihrer Ehrenamtsseite als unabhängige Anlaufstelle für bürgerschaftliches Engagement. Das Büro liegt in der Seligenthaler Straße 13, die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Sie läuft persönlich, am Telefon oder online, wie es besser passt.

    Nach eigenen Angaben berät die fala zu Einsatzmöglichkeiten in mehr als 150 Einsatzstellen in und um Landshut. Die Bereiche reichen weit: Soziales, Kultur, Ökologie, Sport. Auf der Website gibt es außerdem eine Engagement-Plattform, auf der man vorab stöbern kann, ohne sich gleich festzulegen. Die aktuellen Öffnungszeiten stehen ebenfalls dort.

    Im Vorstand sitzen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter von Diakonie, BRK und AWO. Seit 2021 ist die fala eines von 22 bayerischen „Zentren für lokales Freiwilligenmanagement“, gefördert vom Bayerischen Sozialministerium.

    Welche Bereiche es gibt

    Einige Beispiele aus den Projekten der fala und ihrer Partner:

    • Lern- und Leseförderung für Kinder
    • Integrationshilfe, zum Beispiel im „Café Deutsch“, wo Zugewanderte im Gespräch Deutsch üben
    • Unterstützung für Seniorinnen und Senioren
    • Umwelt und Natur, etwa bei gemeinsamen Aufräumaktionen an der Isar
    • Sport und Vereinsleben: Training, Jugendarbeit, Vorstandsarbeit, Hilfe bei Festen

    Für Integration lohnt auch ein Blick zum Haus International. Der Verein wurde 1977 von Landshuter Bürgerinnen und Bürgern gegründet und bietet Bildung, Begegnung und Beratung für Zugewanderte, Geflüchtete und Einheimische. Ehrenamtliche sind dort fester Teil der Arbeit.

    Und wer sich eher im Verein sieht: Viele Ehrenämter entstehen ganz klassisch beim Sport. Unser Überblick über Landshuter Sportvereine ist ein guter Ausgangspunkt.

    Wenig Zeit? Es gibt auch kurze Einsätze

    Nicht jeder kann sich jede Woche fest verpflichten. Für Berufstätige und Menschen mit vollem Kalender hat die fala deshalb „fala & friends“ eingerichtet. Wer dabei ist, wird bei kurzfristigen, kleinen Einsätzen angefragt und entscheidet jedes Mal neu, ob es passt. Ein guter Weg, um erst einmal hineinzuschnuppern.

    Die Bayerische Ehrenamtskarte

    Wer sich regelmäßig engagiert, kann die Bayerische Ehrenamtskarte beantragen. Stadt und Landkreis Landshut machen seit 2016 gemeinsam mit. Die Karte bringt Vergünstigungen bei Akzeptanzstellen in der Region und in ganz Bayern, etwa bei staatlichen Museen, Burgen und Schlössern.

    Laut Ehrenamtsportal des Freistaats gibt es zwei Varianten:

    • Die blaue Karte bekommt, wer mindestens 16 Jahre alt ist und sich seit mindestens zwei Jahren im Schnitt fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr engagiert. Auch Inhaber einer Jugendleiter-Card, Menschen im Freiwilligendienst und aktive Kräfte bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz können sie erhalten. Sie gilt drei Jahre.
    • Die goldene Karte ist für langjähriges Engagement von mindestens 25 Jahren gedacht und gilt unbefristet.

    Wer in der Stadt wohnt, findet den Antrag auf der Ehrenamtsseite von landshut.de. Für Landkreisbewohner ist das Landratsamt Landshut zuständig. Alternativ geht der Antrag über die kostenlose App „Ehrenamtskarte Bayern“.

    Versichert im Ehrenamt

    Eine Frage, die viele erst stellen, wenn etwas passiert ist: Bin ich eigentlich versichert? Meist läuft der Schutz über den Verein oder die Organisation. Für die Fälle, in denen es keine andere Versicherung gibt, etwa in losen Initiativen oder Nachbarschaftshilfen, springt die Bayerische Ehrenamtsversicherung ein. Sie greift nur nachrangig, umfasst Haftpflicht und Unfall und kostet die Engagierten nichts. Anmelden muss man sich dafür nicht.

    Weiterbildung: die Ehrenamtsakademie elan

    Für Ehrenamtliche aus Stadt und Landkreis gibt es mit elan eine eigene Ehrenamtsakademie. Getragen wird sie von der fala, dem Christlichen Bildungswerk und dem Evangelischen Bildungswerk. Im Programm stehen Seminare und Vorträge, etwa zu Integration, Seniorenarbeit oder Engagement mit Kindern und Jugendlichen. Dazu kommt eine Infothek mit Wissen zur Vereinsarbeit und zu rechtlichen Grundlagen. Gerade für Vorstände kleiner Vereine kann das viel Sucherei ersparen.

    So gelingt der Einstieg

    1. Vorher klären, was man geben will. Wie viele Stunden im Monat? Lieber fester Termin oder flexibel? Mit Menschen arbeiten, draußen sein oder eher organisieren?
    2. Einen Beratungstermin vereinbaren, bei der fala am besten vorab telefonisch oder per Mail. Wer schon einen bestimmten Verein im Blick hat, kann dort auch direkt anfragen.
    3. Bei der Einsatzstelle nachfragen: Wer ist meine Ansprechperson? Wer arbeitet mich ein? Gibt es eine Vertretung im Urlaub oder bei Krankheit? Wie bin ich versichert? Die fala hat dafür eine kleine Checkliste für Freiwillige.
    4. Erst einmal ausprobieren. Ein paar Wochen reichen meist, um zu merken, ob Aufgabe und Team passen. Wenn nicht, ist ein Wechsel kein Drama.

    Ehrenamt soll Freude machen und darf ruhig auch etwas für einen selbst bringen. Oft sind es die Leute, die man dabei kennenlernt. Mehr zu Vereinen in der Region steht in der Rubrik Vereine. Wer selbst einen Verein führt und Geld für ein Projekt sucht, findet einen Überblick unter Fördermittel für Vereine.