Ehrenamt in Landshut: Anlaufstellen und erste Schritte

Die Martinskirche in Landshut
Foto: H.Helmlechner, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Bereitschaft ist oft schon lange da, nur der Anfang fehlt: Man will etwas tun, aber was genau, wo und wie viel Zeit das kostet, bleibt unklar. In Stadt und Landkreis Landshut gibt es dafür eine feste Adresse, dazu ein paar Dinge, die man vorher wissen sollte. Ein Überblick.

Die erste Adresse: die Freiwilligenagentur Landshut

Wer noch keine konkrete Idee hat, ist bei der Freiwilligenagentur Landshut, kurz fala, richtig. Die Stadt Landshut beschreibt sie auf ihrer Ehrenamtsseite als unabhängige Anlaufstelle für bürgerschaftliches Engagement. Das Büro liegt in der Seligenthaler Straße 13, die Beratung ist kostenlos und unverbindlich. Sie läuft persönlich, am Telefon oder online, wie es besser passt.

Nach eigenen Angaben berät die fala zu Einsatzmöglichkeiten in mehr als 150 Einsatzstellen in und um Landshut. Die Bereiche reichen weit: Soziales, Kultur, Ökologie, Sport. Auf der Website gibt es außerdem eine Engagement-Plattform, auf der man vorab stöbern kann, ohne sich gleich festzulegen. Die aktuellen Öffnungszeiten stehen ebenfalls dort.

Im Vorstand sitzen unter anderem Vertreterinnen und Vertreter von Diakonie, BRK und AWO. Seit 2021 ist die fala eines von 22 bayerischen „Zentren für lokales Freiwilligenmanagement“, gefördert vom Bayerischen Sozialministerium.

Welche Bereiche es gibt

Einige Beispiele aus den Projekten der fala und ihrer Partner:

  • Lern- und Leseförderung für Kinder
  • Integrationshilfe, zum Beispiel im „Café Deutsch“, wo Zugewanderte im Gespräch Deutsch üben
  • Unterstützung für Seniorinnen und Senioren
  • Umwelt und Natur, etwa bei gemeinsamen Aufräumaktionen an der Isar
  • Sport und Vereinsleben: Training, Jugendarbeit, Vorstandsarbeit, Hilfe bei Festen

Für Integration lohnt auch ein Blick zum Haus International. Der Verein wurde 1977 von Landshuter Bürgerinnen und Bürgern gegründet und bietet Bildung, Begegnung und Beratung für Zugewanderte, Geflüchtete und Einheimische. Ehrenamtliche sind dort fester Teil der Arbeit.

Und wer sich eher im Verein sieht: Viele Ehrenämter entstehen ganz klassisch beim Sport. Unser Überblick über Landshuter Sportvereine ist ein guter Ausgangspunkt.

Wenig Zeit? Es gibt auch kurze Einsätze

Nicht jeder kann sich jede Woche fest verpflichten. Für Berufstätige und Menschen mit vollem Kalender hat die fala deshalb „fala & friends“ eingerichtet. Wer dabei ist, wird bei kurzfristigen, kleinen Einsätzen angefragt und entscheidet jedes Mal neu, ob es passt. Ein guter Weg, um erst einmal hineinzuschnuppern.

Die Bayerische Ehrenamtskarte

Wer sich regelmäßig engagiert, kann die Bayerische Ehrenamtskarte beantragen. Stadt und Landkreis Landshut machen seit 2016 gemeinsam mit. Die Karte bringt Vergünstigungen bei Akzeptanzstellen in der Region und in ganz Bayern, etwa bei staatlichen Museen, Burgen und Schlössern.

Laut Ehrenamtsportal des Freistaats gibt es zwei Varianten:

  • Die blaue Karte bekommt, wer mindestens 16 Jahre alt ist und sich seit mindestens zwei Jahren im Schnitt fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr engagiert. Auch Inhaber einer Jugendleiter-Card, Menschen im Freiwilligendienst und aktive Kräfte bei Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz können sie erhalten. Sie gilt drei Jahre.
  • Die goldene Karte ist für langjähriges Engagement von mindestens 25 Jahren gedacht und gilt unbefristet.

Wer in der Stadt wohnt, findet den Antrag auf der Ehrenamtsseite von landshut.de. Für Landkreisbewohner ist das Landratsamt Landshut zuständig. Alternativ geht der Antrag über die kostenlose App „Ehrenamtskarte Bayern“.

Versichert im Ehrenamt

Eine Frage, die viele erst stellen, wenn etwas passiert ist: Bin ich eigentlich versichert? Meist läuft der Schutz über den Verein oder die Organisation. Für die Fälle, in denen es keine andere Versicherung gibt, etwa in losen Initiativen oder Nachbarschaftshilfen, springt die Bayerische Ehrenamtsversicherung ein. Sie greift nur nachrangig, umfasst Haftpflicht und Unfall und kostet die Engagierten nichts. Anmelden muss man sich dafür nicht.

Weiterbildung: die Ehrenamtsakademie elan

Für Ehrenamtliche aus Stadt und Landkreis gibt es mit elan eine eigene Ehrenamtsakademie. Getragen wird sie von der fala, dem Christlichen Bildungswerk und dem Evangelischen Bildungswerk. Im Programm stehen Seminare und Vorträge, etwa zu Integration, Seniorenarbeit oder Engagement mit Kindern und Jugendlichen. Dazu kommt eine Infothek mit Wissen zur Vereinsarbeit und zu rechtlichen Grundlagen. Gerade für Vorstände kleiner Vereine kann das viel Sucherei ersparen.

So gelingt der Einstieg

  1. Vorher klären, was man geben will. Wie viele Stunden im Monat? Lieber fester Termin oder flexibel? Mit Menschen arbeiten, draußen sein oder eher organisieren?
  2. Einen Beratungstermin vereinbaren, bei der fala am besten vorab telefonisch oder per Mail. Wer schon einen bestimmten Verein im Blick hat, kann dort auch direkt anfragen.
  3. Bei der Einsatzstelle nachfragen: Wer ist meine Ansprechperson? Wer arbeitet mich ein? Gibt es eine Vertretung im Urlaub oder bei Krankheit? Wie bin ich versichert? Die fala hat dafür eine kleine Checkliste für Freiwillige.
  4. Erst einmal ausprobieren. Ein paar Wochen reichen meist, um zu merken, ob Aufgabe und Team passen. Wenn nicht, ist ein Wechsel kein Drama.

Ehrenamt soll Freude machen und darf ruhig auch etwas für einen selbst bringen. Oft sind es die Leute, die man dabei kennenlernt. Mehr zu Vereinen in der Region steht in der Rubrik Vereine. Wer selbst einen Verein führt und Geld für ein Projekt sucht, findet einen Überblick unter Fördermittel für Vereine.