Kategorie: Natur & Tiere

Natur rund um Landshut: Isarauen, Hofgarten, Schutzgebiete und Wege für Spaziergänge und Wanderungen.

  • Natur rund um Landshut: Isarauen, Hofgarten und mehr

    Weg am Isardamm vor dem Echinger Stausee
    Foto: Harke, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

    Landshut liegt an einer Kante. Auf der einen Seite das Tertiärhügelland mit seinen Äckern, auf der anderen das Tal der unteren Isar, gesäumt von steilen, meist bewaldeten Hängen, den Isarleiten. So beschreibt es das Bayerische Landesamt für Umwelt, und wer einmal vom Hofberg auf die Stadt geschaut hat, versteht den Satz sofort. Genau an dieser Kante findet sich ein großer Teil der Natur, die man von Landshut aus zu Fuß oder mit dem Rad erreicht.

    Die Isarauen: Auwald und Brennen

    Entlang der Isar wachsen naturnahe Auwälder. Dazwischen liegen sogenannte Brennen: magere, trockene Flächen auf alten Kiesbänken des Flusses. Auf diesen kargen Böden wachsen nach Angaben des Landesamts seltene Orchideen, darunter der Frauenschuh. Wer im Frühsommer durch die Auen läuft, sollte also nicht nur geradeaus schauen.

    Die Stadt hat ihre wertvollen Lebensräume schon 1987 erfassen lassen. Damals kamen 211 Biotope mit zusammen 862 Hektar zusammen, rund 13 Prozent des Stadtgebiets. In den Sommern 2023 und 2024 wurde neu kartiert.

    Ein bequemer Einstieg ist das Naherholungsgebiet Gretlmühle. Rund um Badesee und Surfsee liegen dort weitläufige Auwald- und ökologische Flächen, und über den Isarradweg ist man schnell da. Tiere dürfen übrigens nicht mit aufs Gelände, auch keine Hunde. Wer die Isar lieber vom Sattel aus erlebt, findet passende Strecken in unserem Beitrag zu Radtouren an Isar und Vils.

    Hofgarten: Wald mitten in der Stadt

    Der Hof- und Herzoggarten ist mehr Wald als Park, zumindest im unteren Teil. An den steilen Hängen wächst dichter Buchenmischwald, erst oben wird das Gelände parkartig. Zwischen dem tiefsten Punkt an der Freyung und der höchsten Stelle liegen laut Stadt 90 Höhenmeter, ein Wegenetz von acht Kilometern verbindet alles.

    Spannend für Baumfreunde: Als die Universität den Hofgarten nutzte, wurden dort fremde Gehölze und besondere Sorten heimischer Bäume gepflanzt. Mehrere davon sind heute als Naturdenkmal geschützt, etwa ein Mammutbaum am Nymphäenteich, Sumpfzypressen am Entenweiher und ein Tulpenbaum am Überreiterweg. Viele weitere seltene Gehölze tragen Bestimmungstafeln. Der Herzoggarten selbst wurde ab 1782 von Friedrich Ludwig von Sckell als Landschaftsgarten geplant, der später auch den Englischen Garten in München gestaltete. Einzelheiten stehen auf der Seite der Stadt zum Hof- und Herzoggarten.

    Naturschutzgebiet an der Isarleite

    Am rechten Rand des Isartals, in den Gemarkungen Frauenberg und Schönbrunn, liegt auf dem früheren Standortübungsplatz der Bundeswehr das Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Landshut mit Isarleite“. Die Regierung von Niederbayern hat es 2001 ausgewiesen, es ist rund 278 Hektar groß und gehört zum europäischen Schutzgebietsnetz Natura 2000. Geschützt sind magere Weiderasen, kleine Tümpel, Streuobst, die Hangwälder der Isarleite und die Dobel, also die Bachschluchten, die sich von der Leite ins Hinterland ziehen. An Quellen bildet sich dort Kalktuff.

    Die Artenliste ist lang. Das Landesamt für Umwelt nennt 65 Vogel-, 12 Amphibien-, 14 Libellen- und 20 Heuschreckenarten sowie 426 Pflanzenarten. Laubfrosch und Kammmolch leben hier, ebenso Wendehals und Heidelerche.

    Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen

    Flussaufwärts, zwischen Landshut und Moosburg, liegen der Echinger Stauweiher und der Moosburger Ausgleichsweiher. Zusammen mit Teilen des Auwalds bilden sie seit 1982 das Naturschutzgebiet „Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen“. Es ist 570 Hektar groß und reicht über die Gemeinden Eching und Bruckberg im Landkreis Landshut bis nach Wang im Landkreis Freising. Laut Verordnung sollen hier gefährdete Vogelarten Nahrung, Brutplätze und Ruhe finden. Für viele Wasservögel sind die Seen ein Rast- und Überwinterungsgebiet. Ein Fernglas lohnt sich, besonders im Herbst und Winter.

    Wiesenbrüter im unteren Isartal

    Weiter isarabwärts, südlich von Mettenbach (Markt Essenbach) und Grießenbach (Gemeinde Postau), liegt das Mettenbacher und Grießenbacher Moos. Es gehört zu einem europäischen Vogelschutzgebiet für Wiesenbrüter im unteren Isartal. Hier brüten unter anderem Großer Brachvogel und Kiebitz, und zwar am Boden, mitten in der Wiese. Ein Spaziergang quer über die Fläche oder ein frei laufender Hund kann eine ganze Brut kosten. Deshalb gilt hier besonders: auf den Wegen bleiben.

    Wandern: der Landshuter Höhenwanderweg

    Für längere Touren bietet sich der Landshuter Höhenwanderweg an. Er führt von Buch am Erlbach bis Hüttenkofen, dazu kommen mehrere Rundwege. Schautafeln am Weg erklären Bodendenkmäler, Kirchen und Schlösser, und es gibt Hörgeschichten zur Strecke. Die Stadt hat dazu eine eigene Seite mit Wanderkarte eingerichtet. Wer es kürzer mag, kombiniert einen Abschnitt mit einer Einkehr. Tipps dafür stehen in unserem Überblick über die Biergärten in Landshut.

    Wie man sich in Schutzgebieten verhält

    Jedes Naturschutzgebiet hat eine eigene Verordnung, und die Regeln unterscheiden sich. Ein paar Punkte tauchen aber fast überall auf. Am Beispiel der beiden Gebiete bei Landshut:

    • Auf den Wegen bleiben. In der Vogelfreistätte dürfen Besucher die Wege grundsätzlich nicht verlassen. Im Gebiet an der Isarleite sind die offenen Flächen von März bis Ende August abseits der ausgewiesenen Wege tabu.
    • Hunde an die Leine. An der Isarleite ist das ausdrücklich vorgeschrieben.
    • Nicht zelten. An der Isarleite sind auch Feuer und Grillen ausdrücklich verboten.
    • Ruhe halten. Laute Musik aus dem Lautsprecher ist in beiden Gebieten verboten.
    • Pflanzen stehen lassen, auch einzelne Blumen.
    • In der Vogelfreistätte nicht baden und nicht mit Booten, Luftmatratzen oder Ähnlichem auf die Stauseen.

    Den genauen Wortlaut findet man in der Verordnung zum Naturschutzgebiet an der Isarleite, die die Regierung von Niederbayern veröffentlicht. Vor Ort zeigen Schilder an, wo ein Schutzgebiet beginnt. Wer unsicher ist, ob ein Weg erlaubt ist, nimmt im Zweifel den breiteren.