
Landshut ist keine Großstadt, hat aber eine Museumslandschaft, die man ihr nicht unbedingt zutraut. Da ist ein Bildhauer, dessen Bronzekugel in New York steht, und eine gotische Kirche, in der heute Kunst hängt statt Heiligenbilder. Alles liegt in Gehweite. Hier steht, welche Häuser es gibt und wo gerade gebaut wird.
Die Museen der Stadt Landshut
Die Stadt betreibt mehrere Häuser unter einem gemeinsamen Dach. Die zentrale Seite ist museen-landshut.de, dort stehen auch die aktuellen Öffnungszeiten und Ausstellungen. Die Standorte liegen zwischen Altstadt und Hofberg, man erreicht sie gut zu Fuß.
LANDSHUTmuseum
Das LANDSHUTmuseum ist das Haus für die Geschichte von Stadt und Region. Es sitzt im ehemaligen Franziskanerkloster am Alten Franziskanerplatz. Schon der Klosterhof ist einen Blick wert. Eine klassische Dauerausstellung, die man einmal gesehen hat und dann abhaken kann, steht nicht im Vordergrund. Das Museum arbeitet vor allem mit wechselnden Ausstellungen. Zu sehen ist dort auch das Landshuter Stadtmodell nach Jakob Sandtner, das die Stadt im 16. Jahrhundert zeigt.
Bis März 2027 läuft dort „KAMPF – KUNST – GESCHICHTE“. Ab Ende Oktober 2026 kommt im Obergeschoss „The Space in Between“ hinzu.
KASiMiRmuseum
Im selben Gebäude liegt das KASiMiRmuseum, das Kinder- und Jugendmuseum der Stadt. Hier geht es ums Anfassen und Ausprobieren, mit Mitmach-Ausstellungen zur Stadt- und Regionalgeschichte. Im Moment ist es allerdings wegen Umbau geschlossen. Wann es wieder öffnet, steht auf kasimirmuseum.de.
KOENIGmuseum
Das KOENIGmuseum ist dem Bildhauer Fritz Koenig (1924–2017) gewidmet. Bis Ende 2018 hieß es Skulpturenmuseum im Hofberg. Es liegt am Hofberg, gleich hinter der mittelalterlichen Stadtmauer. Koenig lebte und arbeitete ab den 1960er-Jahren auf dem Ganslberg bei Landshut. 1993 brachten er und seine Frau Maria ihre Sammlung in eine Stiftung ein, daraus entstand das Museum.
International bekannt ist Koenig vor allem durch eine Arbeit: die „Große Kugelkaryatide N.Y.“, eine fast acht Meter hohe Bronzekugel, die ab 1972 auf dem Platz zwischen den Türmen des World Trade Centers stand. Nach dem 11. September 2001 wurde sie beschädigt, aber weitgehend erhalten aus den Trümmern geborgen. Heute steht sie als Mahnmal im Liberty Park in New York.
Im Museum sieht man Skulpturen und Grafiken von Koenig, dazu seine umfangreiche Sammlung afrikanischer und ethnologischer Objekte. Außerdem gibt es Wechselausstellungen. Derzeit (Juli 2026 bis Januar 2027) läuft „KÜHLEWEIN + KOENIG“.
Heiliggeistkirche
Ein ungewöhnlicher Ausstellungsort: Die spätgotische Heiliggeistkirche, auch Spitalkirche genannt, steht am nördlichen Ende der Altstadt. Die Pläne stammen von Hans von Burghausen, der Grundstein wurde 1407 gelegt. Nach einer umfassenden Restaurierung, die 1998 abgeschlossen war, nutzen die städtischen Museen den Raum für Ausstellungen zu geistlicher und weltlicher Kunst. Bis Februar 2027 ist „Slavko Oblak. Natur Kunst Werk“ zu sehen.
Allein der hohe, helle Kirchenraum ist den Weg wert. Man schaut fast so oft nach oben ins Gewölbe wie auf die Exponate.
Die Kunst- und Wunderkammer auf der Burg Trausnitz
Oben auf der Burg Trausnitz zeigt das Bayerische Nationalmuseum seit 2004 im Damenstock eine Kunst- und Wunderkammer, als Zweigmuseum. Vorbild ist die Sammlung von Herzog Albrecht V. aus dem 16. Jahrhundert. Rund 750 Stücke sind ausgestellt, sortiert so, wie man damals die Welt ordnete: Kunsthandwerk wie Bergkristallpokale, Naturwunder, Exotisches aus gerade entdeckten Weltgegenden und Instrumente wie Uhren, Globen und Astrolabien. Die Besucher sollten staunen, dafür waren solche Kammern gedacht. Das klappt auch 450 Jahre später noch.
Die Wunderkammer kann man ohne Führung besuchen. Wer ohnehin auf den Burgberg steigt, sollte sie mitnehmen. Mehr zur Burg selbst steht in unserem Beitrag Burg Trausnitz besuchen. Zeiten und Tickets gibt es bei der Bayerischen Schlösserverwaltung.
Stadtresidenz: im Moment geschlossen
Die Stadtresidenz in der Altstadt gilt als erster Palast im Stil der italienischen Renaissance auf deutschem Boden. Herzog Ludwig X. ließ ab 1536 bauen, zuerst den „Deutschen Bau“, ab 1537 dahinter den „Italienischen Bau“ nach Vorbildern, die er auf einer Reise nach Oberitalien gesehen hatte. Die Schlösserverwaltung hat das Gebäude wegen Bauarbeiten bis auf Weiteres geschlossen. Von außen ist die Fassade trotzdem ein Halt beim Altstadtbummel.
Praktisch: So lässt sich ein Museumstag planen
- LANDSHUTmuseum und KOENIGmuseum liegen nah beieinander. Beide zusammen sind an einem Nachmittag gut machbar.
- Zur Heiliggeistkirche am Nordende der Altstadt läuft man ein Stück durch die historische Innenstadt. Das ist eher Gewinn als Umweg.
- Für die Wunderkammer braucht man etwas Puste, der Weg zur Burg geht bergauf.
- Öffnungszeiten ändern sich je nach Saison und Feiertag. Am besten kurz vor dem Besuch auf der jeweiligen Website nachsehen.
Wer mehr Kultur sucht
Alle vier Jahre steht die Landshuter Hochzeit an, das nächste Mal 2027. Die Hintergründe stehen in unserem Beitrag zur Landshuter Hochzeit 1475. Weitere Beiträge sammeln wir in der Rubrik Kultur.

