Burg Trausnitz besuchen: Geschichte, Rundgang, Hofgarten

Burg Trausnitz oberhalb der Landshuter Altstadt
Foto: H.Helmlechner, CC0, via Wikimedia Commons

Egal, von wo man nach Landshut hineinfährt: Irgendwann sieht man oben auf dem Hügel die Burg Trausnitz. Burg und Stadt sind gleich alt, beide gehen auf das Jahr 1204 zurück. Wer in Landshut wohnt, war vermutlich schon mal oben. Ein zweiter Besuch schadet trotzdem nicht, innen steckt mehr, als man vom Tal aus ahnt.

Kurz zur Geschichte

Herzog Ludwig I., genannt der Kelheimer, gründete 1204 die Burg und zugleich die Stadt darunter. An der Stelle soll schon vorher ein hölzerner Wachturm gestanden haben. Nach 1255 wurde die Burg Hauptsitz des Herzogtums Niederbayern und blieb über lange Zeit Residenz der Wittelsbacher in dieser Linie.

Im 15. Jahrhundert bauten die sogenannten reichen Herzöge die Befestigung deutlich aus. In diese Zeit fällt auch die Landshuter Hochzeit von 1475, an die das Festspiel bis heute alle vier Jahre erinnert. Mehr dazu steht in unserem Beitrag zur Landshuter Hochzeit.

Ein zweiter großer Umbruch kam rund hundert Jahre später. Zwischen 1575 und 1579 ließ der junge Wilhelm, später Herzog Wilhelm V., die Burg von Friedrich Sustris in Teilen zu einem Renaissance-Schloss nach italienischem Geschmack umgestalten. Dabei entstanden Arkadengänge und der sogenannte Italienische Anbau.

1961 brannte es. Der Fürstenbau verlor einen großen Teil seiner Ausstattung und Wandmalereien. Zwei der wertvollsten Teile überstanden das Feuer aber: die Narrentreppe und die Burgkapelle.

Was man bei der Besichtigung sieht

Die Narrentreppe

Wenn es ein Motiv gibt, für das Leute eigens nach Landshut fahren, dann dieses. Alessandro Paduano bemalte die Treppe im Italienischen Anbau um 1575 bis 1579 mit lebensgroßen Figuren aus der Commedia dell’Arte. Die Komödianten der italienischen Stegreifbühne begleiten einen dort seit über 400 Jahren Stufe für Stufe nach oben. Man merkt beim Hinaufgehen, dass hier jemand Spaß an der Arbeit hatte.

Die Burgkapelle St. Georg

Die Kapelle ist der älteste Höhepunkt des Rundgangs. Ihr Skulpturenschmuck stammt aus dem 13. Jahrhundert und gilt als wichtiges Zeugnis der Bildhauerei dieser Zeit in Bayern.

Säle, Söller und Laubengang

Der Rundgang beginnt in der Neuen Dürnitz und führt durch die Alte Dürnitz, den Laubengang und den Saal im Fürstenbau nach oben. Im zweiten Obergeschoss hängen Wirkteppiche, dazu kommt der St.-Georgs-Rittersaal und der hölzerne Söller. Vom Laubengang aus schaut man in den Burghof.

Die Kunst- und Wunderkammer

Im Damenstock zeigt das Bayerische Nationalmuseum als Zweigmuseum eine Kunst- und Wunderkammer mit rund 750 Objekten. Sie knüpft an die Sammlung von Herzog Albrecht V. an. Bergkristallpokale, Uhren, Globen und Astrolabien stehen neben Naturalien und Dingen aus fernen Ländern, die im 16. Jahrhundert als echte Sensation galten. Kunstkammern wie diese waren Vorläufer heutiger Museen. Die Wunderkammer kann man ohne Führung besuchen.

Führung oder auf eigene Faust?

Nach Angaben der Bayerischen Schlösserverwaltung sind die Burgräume an Werktagen nur mit Führung zu sehen, an Sonn- und Feiertagen ist ein Rundgang ohne Führung möglich. Daneben gibt es Themen- und Familienführungen. Weil sich solche Regelungen ändern können, gilt: aktuelle Zeiten und Preise vor dem Besuch auf burg-trausnitz.de prüfen.

Anreise und Fußweg

Zu Fuß aus der Altstadt

Die schönste Variante ist der Aufstieg aus der Altstadt. Über die Fürstentreppe, eine lange Ziegeltreppe mit Querbalken, geht es bergauf. Das ist steil, oben gibt es dafür den Blick über die Dächer der Altstadt und ins Isartal. Wer Kinderwagen oder Rollator dabeihat, sollte lieber eine andere Anfahrt wählen. Die Schlösserverwaltung bietet dazu auf ihrer Website Informationen für Menschen mit Behinderung.

Mit dem Auto

Am Hofgarten gibt es einen Parkplatz mit rund 100 Plätzen. Von dort sind es etwa 800 Meter zu Fuß bis zur Burg.

Mit dem Bus

Vom Hauptbahnhof fahren Stadtbusse in die Altstadt. Von dort geht es mit einer weiteren Linie Richtung Kalcherstraße, danach bleibt noch rund ein Kilometer zu Fuß. In der Saison halten manche Busse auf Anforderung auch am Hofgartenparkplatz. Linien und Fahrpläne stehen bei den Stadtwerken Landshut, die Wegbeschreibung der Burg hier.

Der Hofgarten gleich nebenan

Nach der Burg nicht gleich wieder runter, das wäre schade. Direkt an die Burg grenzt der Hofgarten, eine der ältesten Parkanlagen in Bayern. Bis etwa 1745 hielten die Herzöge hier Tiere, später nutzte die Universität, die damals in Landshut saß, das Gelände für Versuche in Land- und Forstwirtschaft. 1836 kaufte die Stadt den Hofgarten und öffnete ihn ein Jahr darauf für alle.

Heute ziehen sich mehr als acht Kilometer Wege durch das Gelände. Für einen Sonntagsspaziergang ist das in Landshut schwer zu schlagen. Wer lieber am Wasser unterwegs ist, findet im Beitrag über die Isarauen rund um Landshut Ideen.

Einkehr

Auf der Burg gibt es eine Gaststätte. Und wer nach dem Abstieg in die Altstadt Durst hat, wird ohnehin fündig. Ein paar Adressen mit Garten unter freiem Himmel stehen in unserem Überblick zu den Biergärten in Landshut.