
Ein guter Biergarten braucht nicht viel: Schatten und ein frisch gezapftes Helles. Rund um Landshut gibt es mehr davon, als man in einem Sommer schafft. Die Stadt Landshut hat im Juni 2026 eine lange Liste mit Biergärten aus Stadt und Landkreis veröffentlicht. Wir haben daraus eine Auswahl getroffen und bei jedem Betrieb nachgesehen, ob er aktuell noch geöffnet hat. Gastronomie ändert sich schnell. Vor dem Losfahren lohnt deshalb ein Blick auf die Website des Wirts, auch wegen der Öffnungszeiten, die wir hier bewusst nicht aufführen.
Biergärten mitten in der Stadt
Direkt im Zentrum liegt der Augustiner an der Sankt Martinskirche. Man sitzt im Schatten der Basilika, und die Wirtsleute empfehlen selbst, zu Fuß oder mit dem Rad zu kommen. Eine alte Regel gilt hier noch: Würstl bestellt man traditionell nur bis zwölf Uhr.
Am Isargestade, also am Flussufer, liegt der Biergarten Augustiner Zur Schleuse. Laut der Stadt bleibt es dort auch im Hochsommer angenehm kühl. Bei Fußballübertragungen und Live-Musik wird es entsprechend voll.
Der Gasthof Hofreiter in der Neustadt ist ein Sonderfall, und zwar ein schöner. Das Haus ist ein Adelspalais aus dem 17. Jahrhundert und wird seit 1896 als Gasthof geführt. Ausgeschenkt wird Irseer Klosterbräu, das es in Landshut nur hier gibt. Der Biergarten ist zweigeteilt: Vorne wird bedient, hinten darf man die eigene Brotzeit mitbringen. Mehr dazu weiter unten.
Am Stadtpark liegt der Jägerwirt mit eigenem Biergarten. Bekannt ist das Haus für seinen Schweinebraten.
An der Isar und am Stadtrand
Den Biergarten Ellermühle im Westen der Stadt gibt es seit über 40 Jahren. Unter alten Kastanien stehen rund 250 Plätze direkt am Wasser, und der Isarradweg führt vorbei. Für Kinder gibt es einen großen Spielplatz und ein Tiergehege. Bedient wird nicht, man holt sich alles selbst. Wie es nach der Sommersaison weitergeht, steht jeweils aktuell auf der Website der Ellermühle.
Im Süden, im Stadtteil Schönbrunn, hat die Tafernwirtschaft Schönbrunn einen Biergarten mit großem Kinderspielplatz und Parkplätzen vor dem Haus. Sonntags kommt Spanferkel auf den Tisch.
Im Landkreis: Ausflugsziele mit Biergarten
Ein paar Kilometer weiter wird es ländlicher. Wer ein Ziel für den Sonntagsausflug sucht, findet hier eine Auswahl:
- Im Gasthof Ulrich Meyer in Piflas (Ergolding) gibt es Steckerlfisch vom Holzgrill. Kinder haben ein Karussell und eine Spielwiese, der Isarradweg ist nicht weit.
- Der Kastanienhof in Pfettrach (Altdorf) kocht bayerisch und peruanisch. Eine ungewöhnliche Mischung, aber eine, die man probieren sollte. Im Dorfladen nebenan gibt es hausgemachtes Eis.
- Der Huberwirt in Gstaudach (Altdorf) liegt am Rand des Klosterholzes. Das Brot kommt aus dem eigenen Holzofen, Pressack und Geräuchertes macht die Familie selbst.
- Das Gasthaus Rahbauer in Weihbüchl (Kumhausen) braut in einer kleinen Hausbrauerei sein eigenes Bier. Im Sommer gibt es dort Open-Air-Abende des Landshuter Kultursommers.
- Das Gasthaus Berndorf (Kumhausen) liegt nahe am Landshuter Höhenwanderweg, ein gutes Ziel für eine Wanderung. Das Ochsenfleisch stammt von eigenen Limousin-Rindern.
- Im Biergarten des Klosterbräustüberls Furth trinkt man die Bio-Biere der Klosterbrauerei vor Ort.
- Beim Hohenthanner Brauereigasthof haben bis zu 200 Gäste im Biergarten Platz. Die Schlossbrauerei bietet Führungen an.
Die vollständige Liste mit über 30 Adressen steht im Biergarten-Überblick der Stadt Landshut. Wer die Tour mit dem Rad verbinden will, findet passende Strecken in unserem Beitrag zu Radtouren an Isar und Vils.
Die Brotzeit selbst mitbringen: was gilt?
In Bayern darf man im Biergarten sein eigenes Essen auspacken. Festgehalten ist das in der Bayerischen Biergartenverordnung von 1999. In ihrer Präambel heißt es sinngemäß, dass zum traditionellen Biergarten die Möglichkeit gehört, mitgebrachte Speisen kostenlos zu verzehren. Der Wirt muss es also dulden, wenn Gäste einfach zubereitetes Essen auf den Tisch stellen.
Ein paar Dinge sollte man trotzdem wissen:
- Nicht jede Terrasse ist ein Biergarten. Viele Lokale haben einen Wirtsgarten, in dem nur bedient wird. Wer unsicher ist, fragt einfach. Beim Hofreiter sieht man den Unterschied sehr deutlich: Mitgebrachtes ist dort nur im hinteren Teil vorgesehen.
- Die Getränke kauft man beim Wirt. Die Maß aus dem Supermarkt bleibt daheim.
- Gemeint ist eine Brotzeit, also etwas Einfaches wie Obatzda, Radi oder Wurstsemmeln. Das warme Drei-Gänge-Menü aus der Thermobox geht am Gedanken vorbei.
Warum um halb elf Schluss ist
Die Biergartenverordnung regelt vor allem den Lärm, wenn Wohnhäuser in der Nähe sind. Musik muss dann spätestens um 22 Uhr enden, Getränke und Speisen werden bis 22.30 Uhr ausgegeben. Ab 23 Uhr gilt Nachtruhe, bis dahin sollen auch die Autos vom Parkplatz verschwunden sein. Behörden können im Einzelfall andere Zeiten festlegen. Wer den Wortlaut nachlesen möchte, findet die Biergartenverordnung bei Bayern.Recht.
Ein Tipp für Familien: Biergärten mit Spielplatz sind an warmen Wochenenden schnell voll. Wer schon am Vormittag da ist, hat bessere Chancen auf einen Tisch im Schatten. Weitere Ideen für Tage mit Kindern stehen in unserem Beitrag über Ausflüge mit Kindern rund um Landshut. Alle Beiträge zum Thema Genuss sammeln wir in der Rubrik Essen & Trinken.